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| Nikolaus Dumba |
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Bild: Nikolaus Dumba in seinem
Arbeitszimmer.
© Copyright by Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliotek, Wien. |
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| * 24. 7. 1830 Wien, 23. 3. 1900 Budapest (Ungarn),
Industrieller, liberaler Politiker; Vater von Konstantin Dumba. Eigentümer der k. k.
priv. Baumwollgarn-Spinnerei in Tattendorf (Niederösterreich); erwarb sich Verdienste um
die Organisation des gewerblichen Unterrichts. Bedeutender Kunstmäzen und -sammler sowie
Förderer des Musiklebens in Wien (unter anderem Vizepräsident der Gesellschaft der
Musikfreunde in Wien). Das Dumba-Palais befindet sich in Wien 1, Parkring 4. |
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| Konstantin Dumba |
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| * 17. 6. 1856 Wien, 6. 1. 1947 Bodensdorf (Gemeinde Steindorf am Ossiacher See,
Kärnten), Diplomat, Pazifist; Sohn von Nikolaus Dumba. Gesandter in Belgrad und in
Washington; Präsident der Österreichischen Völkerbundliga. |
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Bild: Konstantin Dumba. 1913.
© Copyright by Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliotek, Wien. |
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aus |
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Politik und Wirtschaft Österreichs |
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| "Dumbavilla" - (coloriert) |
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| 1872 wurde die Freiwillige Feuerwehr Liezen gegründet.
Erstmals hören wir von Nikolaus Dumba, damals Reichsratsabgeordneter. Er kam als Jagdherr
nach Liezen und ließ die Jagdvilla, genannt Dumbavilla, erbauen, die bis 1960
dort stand, wo sich heute die Wohnhäuser Ausseerstraße 37, 39, 41, und 43 befinden.
Nikolaus Dumba war ein großer Förderer vieler gemeinnütziger Einrichtungen, besonders
der Feuerwehr. 1873 wurde ihm daher die Würde eines Ehrenbürgers von Liezen verliehen. |
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auszugsweise aus
900 Jahre Liezen
1074 1974
Herausgeber: Stadtgemeinde Liezen
1974 |
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| Nikolaus Dumba |
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| Ehrengrab der Stadt Wien von Nikolaus
Dumba am Wiener Zentralfriedhof |
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Die Vorfahren von Nicolaus Dumba stammten aus Blatsa (oder
Blatsi, heute Blaste), einem Dorf in Nordgriechenland. Der Vater, Sterio Dumba (1794 -
1870), war spätestens 1817 nach Wien gekommen, wo er 1819 mit seinen Brüdern Theodor und
Nicolaus die Handelsfirma "Gebrüder M. Dumba" gegründet hatte. Nach dem Tod
der Brüder führte Sterio Dumba die Firma allein, baute die Handelsbeziehungen zwischen
Österreich und dem Ottomanischen Reich aus, handelte mit dem Orient, und erwirtschaftete
sich neben hohem Ansehen auch bald ein beträchtliches Vermögen, das zur Grundlage des
Mäzenatentums Sterio Dumbas und der Familie Dumba werden sollte.
Nicolaus Dumba wurde am 24. Juli 1830 in Wien geboren. Hier wurden seine geistigen und
musikalischen Begabungen gefördert, er genoß eine gute Schulausbildung und besuchte das
Akademische Gymnasium. 1847 und das Revolutionsjahr 1848 verbrachte er gemeinsam mit
seinem Bruder Michael in Athen beim österreichischen Gesandten Graf Prokesch-Ostens. Das
humanistische Ambiente in dessen Haus sollte für Nicolaus Dumba lebensbestimmend werden.
1852 begleitete er den Weltreisenden Alexander Ziegler nach Ägypten; in Zieglers
zweibändigen Werk "Meine Reise im Orient" wird Dumba genannt.
Nicolaus Dumba schlug eine kaufmännische und später auch politische Laufbahn ein. Er war
Besitzer der Herrschaften bei Bukarest und Bragadier (bei Giurgevo) und übernahm bereits
in jungen Jahren die Leitung der stark exportorientierten k. k. priv.
Baumwollgarn-Spinnerei in Tattendorf (Niederösterreich), die sein Cousin Theodor einige
Jahre vorher gekauft hatte. 1873 waren hier etwa 180 Arbeiter beschäftigt.
Dumbas wirtschaftlich gesicherte Lage ermöglichte es ihm, sich 1865-66 in der Ringstraße
ein Palais erbauen zu lassen, dessen künstlerische Ausschmückung er u. a. den Malern
Hans Makart (Deckengemälde "Allegorie der Musik" im Arbeitszimmer), Friedrich
Schilcher (Schubert-Plafond mit "Schubert-Apotheose") und Gustav Klimt
(Sopraportenbilder "Musik" und "Schubert am Klavier" im Musikzimmer)
übertrug.
1870 wurde Nicolaus Dumba in den niederösterreichischen Landtag gewählt. Dies hatte zur
Folge, daß er nun auch in den österreichischen Staatsverband eintrat; vorher war er -
wie sein Vater - türkischer Untertan gewesen.
Im niederösterreichischen Landtag wurde Dumba bereits in der zweiten Sitzung in den
Finanzausschuß gewählt, dem er bis 1896 angehörte. 1878 - 1880 hatte er die Funktion
des Obmannstellvertreters inne, anschließend bis 1896 ohne Unterbrechung die des Obmanns.
1872 wurde Dumba auch in den Schulausschuß gewählt und 1890 in den neu gegründeten
Armengesetzausschuß, in dem er ebenfalls als Obmann fungierte.
Von 1870 - 1885 war Nicolaus Dumba auch Mitglied des Abgeordnetenhauses, wo er von 1871
bis zu seinem Ausscheiden dem Finanzausschuß angehörte. 1872 - 1879 war er zusätzlich
Mitglied der Staatsschulden-Kontrollkommission, seit November 1878 als Stellvertreter des
Präsidenten. Nicolaus Dumba gehörte im Abgeordnetenhaus der deutsch-liberalen
Verfassungspartei an. 1873 war von einigen Abgeordneten dieser Partei der "Klub der
Linken" gebildet worden, dessen Obmann Dumba 1877 wurde.
Im September 1885 wurde Nicolaus Dumba vom Kaiser zum Mitglied des Herrenhauses auf
Lebenszeit ernannt, eine Berufung, die nur Männern zuteil wurde, die sich um Staat,
Kirche, Wissenschaft oder Kunst besondere Verdienste erworben hatten. Im Herrenhaus war
Dumba Mitglied der Budgetkommission (1885 - 1900, ab 1892 Obmann-Stellvertreter, ab 1895
Obmann), der politischen Kommission (1885 - 1900, ab 1898 Obmann), im
volkswirtschaftlichen Ausschuß und zahlreichen Spezial-Kommissionen.
Besondere Bedeutung erlangte Nicolaus Dumba jedoch als Kunstmäzen und Kunstsammler, als
Gönner und Freund schöner Künste und durch sein Wirken in zahlreichen kulturellen
Vereinigungen: Mitglied (1870) bzw. Ehrenmitglied (1880) der Akademie der bildenden
Künste sowie der Genossenschaft bildender Künstler, Leiter des Kunstvereins, Mitglied
des Kunstrats des Ministeriums für Kultus und Unterricht, des Kuratoriums des
Österreichischen Museums für Kunst und Industrie, Vizepräsident der Gesellschaft der
Musikfreunde, Vorstandsmitglied des Wiener Männergesang-Vereins etc.
Im Zuge der Stadterweiterung konnte Dumba dank seiner Position und vielfältigster
Kontakte zu Politik, Kunst und Wirtschaft wiederholt Einfluß auf die Gestaltung von
"Neu-Wien" nehmen. Sein Name ist insbesondere mit der Entstehungsgeschichte des
Musikvereinsgebäudes und des Parlaments zu nennen. Dumba regte auch zahlreiche Denkmäler
an und förderte deren Entstehung und Aufstellung (Beethoven, Brahms, Makart, Mozart,
Radetzky, Raimund, Schiller, Schubert). Anläßlich seines 60. Geburtstags beschloß die
Stadt Wien Nicolaus Dumba für seine Verdienste im Bereich der Kunst und Wissenschaft in
das goldene Ehrenbürgerbuch einzutragen.
Zahlreiche inländische (Komturkreuz des österreichisch-kaiserlichen Leopoldsordens,
österreichisch-kaiserlicher Orden der Eisernen Krone III. Klasse, Ritterkreuz des Franz
Joseph-Ordens) und ausländische Auszeichnungen bezeugen die zeitgenössische Anerkennung
von Dumbas Wirken.
Im März 1900 weilte Dumba in Budapest, wo er an einer Sitzung des Redaktionskomitees der
Publikation "Die österreichisch-ungarische Monarchie in Wort und Bild"
teilnahm. Völlig unerwartet erlag er am 23. März 1900 in Budapest einem Herzschlag. Der
Leichnam wurde nach Wien überführt und unter großer Anteilnahme der Bevölkerung auf
dem Zentralfriedhof im Familiengrab in der griechischen Abteilung beigesetzt. 1903 wurde
er in einem Ehrengrab zur letzten Ruhe gebettet. |
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aus |
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Politik und Wirtschaft Österreichs |
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| Liezen |
| 1843 besaß Liezen bereits ein Postamt, eine Finanzwache, eine Straßenbaukommission
(heute etwa die Baubezirksleitung Liezen), ein Physikat (Amtsarzt) und ein
Bezirkskommissariat. |
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