Sigmund Freud wird am 6. Mai 1856 in Freiberg in Nordmähren
geboren, studiert in Wien zunächst Biologie und Philosophie, später Medizin, wo er 1881
promoviert wird. Sein besonderes Interesse gilt der Neurologie. Im Zuge seiner Forschungen
auf dem Gebiet der Nervenerkrankungen stößt er auf die Droge Kokain und ihre
schmerzbetäubende Wirkung. Seine Behandlungsmethodik, entsprechend den Gepflogenheiten
der Zeit Elektrotherapie,
ergänzt er durch Hypnose. Er entwickelt gemeinsam mit J.
Breuer ein Verfahren zur Heilung seelischer Erkrankungen durch Abreaktion
verdrängter traumatischer Erfahrungen, den ersten Ansatz zur später von ihm entwickelten
Psychoanalyse. Sie bezieht in die bisherige Psychologie das sogenannte Unbewusste und die
daraus resultierenden Erkenntnisse der Triebdynamik mit ein. Freud erklärt die
Libido zum Haupttrieb des Menschen, dem er später als Gegenspieler den
Todestrieb zugesellt. Neben seinen psychologischen und psychoanalytischen
Forschungen beschäftigt sich Freud noch mit unterschiedlichen kulturphilosophischen
Fragestellungen. Das bekannteste Werk Freuds ist die 1900 erstmals erschienene
Traumdeutung. 1938 emigriert Freud nach London, wo er am 23. September 1939
stirbt.