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| Heiligenstädter Pfarrkirche St.
Michael |
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| Jahrhundertelang war die Heiligenstädter Pfarre St.
Michael eine bedeutende Pfarre auf dem heutigen Bezirksgebiet. Genannt
wurde die Kirche erstmals bereits 1243 als Filialkirche des Stiftes
Klosterneuburg, im 14. Jahrhundert wurde sie zur Pfarrkirche erhoben.
Zur Pfarre gehörte aber nicht nur Heiligenstadt, sondern auch die
umliegenden Dörfer Nußdorf, Grinzing, Sievering, Salmannsdorf, Neustift
am Walde, Oberdöbling und Unterdöbling. Die Pfarrer der Kirche wurden
wiederum vom Stift gestellt, deren Angehörige noch heute zahlreiche
Pfarren im Bezirk betreuen. Da die Gläubigen der umliegenden Gemeinden
mitbetreut werden mussten, erhielt Heiligenstadt auch eine relativ große
Dorfkirche. Nach und nach erhielten aber immer mehr der umliegenden Orte
das Pfarrrecht, sodass die Bedeutung Heiligenstadts langsam zurückging.
Durch die Gründung der Pfarre Sievering verlor Heiligenstadt 1348 große
Teile des westlichen Pfarrgebietes, da auch Salmannsdorf und Neustift am
Walde an die neugebildete Pfarre fielen. |
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| Auch Döbling, dass später an die Pfarre Währing fiel,
wurde bald selbstständig. Die benachbarten Orte Nußdorf und Grinzing
blieben hingegen bis zur Pfarrreform Jospeh II. bei Heiligenstadt. Die
gotische Pfarrkirche musste nach den Zerstörungen durch die Türkenkriege
instandgesetzt werden, 1723 wurde sie barock umgestaltet. Ende des 19.
Jahrhunderts war sie jedoch so baufällig, dass sie zwischen 1894 und
1898 bis auf den Chor und die Grundmmauern abgetragen werden musste. Für
den Neubau, der dem alten Bau bis auf den Turm ähnelt, zeichnete sich
Richard Jordan verantwortlich, der auch das benachbarte
Karmelitenkloster Döbling errichtete. Des weiteren waren an dem Neubau
Josef und Martin Schömer beteiligt. |
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| Bei der heutigen Pfarrkirche Heiligenstadt, handelt
es sich um eine neugotische Staffelkirche. Im Inneren fällt der
erhaltene, gotische Chor auf. Er steht nicht in einer geraden Linie zum
Hauptschiff, sondern ist leicht versetzt. Zudem verläuft er leicht
schräg. Als Ursache dieser Gegebenheit werden entweder die
Bodenbeschaffenheit oder die Symbolik für das leicht schräg geneigte
Haupt Jesus nach dem Kreuzigungstod vermutet. |
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| Der Hochaltar, den die obengenannten Architekten
gestalteten, zeigt in der Mitte den Kirchenpatron der Pfarre, ein
ebenfalls von den Architekten stammender neugotischer Seitenaltar die
Heilige Maria. Aus der barocken Umgestaltung der Kirche blieb lediglich
jener Seitenaltar erhalten, der dem Heiligen Sebastian geweiht ist. Der
ursprüngliche Hochaltar von Matthias Steindl wurde der Pfarre Leopoldau
übergeben, das Hochaltarbild von Johann Georg Schmidt wanderte hingegen
in das Museum des Stiftes Klosterneuburg. Der Kreuzweg der Kirche ist
noch jüngeren Datums. Er wurde 1930/31 von Franz Zelezny gestaltet. Die
Hauptpersonen der Passion Christi wurden dabei mit den Gesichtern
prominenter Persönlichkeiten (wie Bundeskanzler Seipl) sowie Bewohnern
von Heiligenstadt ausgeführt. |
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| Literaturhinweis: Schwarz, Godehard: Döbling. Zehn
historische Spaziergänge durch Wiens 19. Bezirk. Wien 2004 |
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