Leopoldstadt
2. Bezirk
Fläche: 19,27 km²
Einwohner: 93.542 (1991)
90.914 (2001)
Praterstraße
Praterstrasse - © Citype, Gaube
Die Praterstraße in Blickrichtung Schwedenplatz
Einkaufsstraßen in Wien
Praterstraße
In den schematischen Darstellungen (die Straße wird immer senkrecht dargestellt) befindet sich die Hausnr. 1 unten, und ist zur groben Orientierung zwischen Querstraßen (immer Waagrecht) steigend nach oben dargestellt.
Straßenbahnstationen, Einträge, Hausnummern sind rein grafische Darstellungen, und geben nur ungefähr den Standort zwischen den Querstraßen an.
U 1
praterstrasse-22.jpg (9470 Byte)
S Station Wien Nord
S1 S2 S3 S7
U Station - U 1
Praterstern
praterstrasse-29.jpg (8526 Byte)
Linien:
5 21 81
Nordbahnhof
Riesenrad
Prater
Praterstern
Praterstern
Heinestraße
Franzensbrückenstraße
Mayerggasse
Afrikanergasse
Nr 68
Rotensterngasse
Nepomuckgasse
Nr 48
U Station - U 1
Nestroyplatz
Weintraubengasse
Czerningasse
Schrottgießergasse
praterstrasse3603.jpg (8947 Byte)
Tempelgasse
Komödiengasse
Nr 27
praterstrasse3589.jpg (8333 Byte)
Zirkusgasse
Aspernbrückengasse
Nr 18
Große Mohrengasse
Ferdinandstraße
Taborstraße
Obere Donaustraße
Untere Donaustraße
U 1
Gastronomiebetriebe
Praterstraße
Die Praterstraße
In der Praterstraße  wurde Arthur Schnitzler geboren.
Das Gebäude links ist das Carltheater, das ehemalige Theater in der
Leopoldstadt, in dem die Figur des Kasperl das Licht der Welt erblickte.
Praterstrasse, Nestroyplatz - © Citype, Gaube
Praterstrasse - © Citype, Gaube
Die heutige Praterstraße entstand um 1560, als Kaiser Maximilian II., ein begeisterter Waidmann, den Prater zum kaiserlichen Forst und Jagdrevier erklärte. Die Baugründe zwischen Schwedenbrücke und Prater stellte er seinen Jagd- und Forstgehilfen zur Verfügung und ließ entlang einer geraden Zeile Häuser für sie errichten. Dadurch erhielt die Straße ihren ersten Namen: Jägerzeile. Während der Zeit des Biedermeier und anlässlich der Weltausstellung 1873 wurde die Jägerzeile - mit Unterstützung des wohlhabenden jüdischen Bürgertums - zu einer mondän-eleganten Prachtstraße ausgebaut und galt als einer der schönsten Wiener Boulevards. Die Noblen und Reichen, aber auch Schauspieler, Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle ließen sich gerne in den hier ansässigen Kaffeehäusern und Etablissements blicken.
Johann Nestroy Denkmal - © Citype - Gaube
Johann Nestroy Denkmal in der Praterstraße
In der Rolle als Blasius Rohr in seinem Stück "Glücksmissbrauch und Rückkehr" - errichtet im Jahre 1929 vom Bund der Nestroyfreunde in Wien.
Fast 100 Jahre nach der Öffnung des Praters für die Allgemeinheit bekam sie 1862 ihren heutigen Namen: Praterstraße. Ein prominenter Bewohner der Praterstraße war Johann Strauß Sohn (1825 - 1899). Der Komponist des Donauwalzers - der heimlichen österreichischen Hymne - lebte von 1863 bis 1870 in der ehemaligen Jägerzeile. Auch Dr. Karl Renner (1870-1950), zweimaliger Republikbegründer, Bundespräsident und Staatskanzler, war bis 1934 Bewohner der Praterstraße.
Galaxy21 - © Citype, E. Gaube Galaxy21 - © Citype, E. Gaube
Praterstraße Nestroyplatz - Galaxy 21Gebäude
 Die Wiener Theaterszene residierte fast geschlossen hier, angefangen vom Schauspieler und Dramatiker Ferdinand Raimund (1790-1836) über Johann Nestroy (1801-1862), Theaterdichter, Jurist, Sänger und Schauspieler bis hin zur wohl berühmtesten Volksschauspielerin ihrer Zeit, Josefine Gallmeyer (1838-1884). Arthur Schnitzler (1862-1931), Arzt und Dichter, wurde in der Praterstraße 16 geboren.
Nepomuck Kirche - © Citype, E. Gaube
In den letzten Jahrzehnten verlor die Gegend etwas an Glanz und Pracht der Vergangenheit. Eine Revitalisierungskampagne soll das Grätzel nun wieder mit Leben füllen und zum attraktiven Wohn- und Arbeitsumfeld machen.
Text aus:
"Der UNIQA TOWER"
http://tower.uniqa.at
Johann-Nepomuk-Kirche, 1846
Hochaltarbild von L. Kupelwieser,
Kreuzweg-Wandgemälde von J. Führich
Die Straße des Walzerkönigs
© Verlag Christian Brandstätter -     Duncan J. D. Smith
Bild: Eine Wandtafel erinnert an das Gebäude,
in dem Johann Strauß den Donauwalzer schrieb
© Verlag Christian Brandstätter -     Duncan J. D. Smith
II. Bezirk (Leopoldstadt), Johann-Strauß-Museum, Praterstraße 54; U-Bahn-Station Nestroyplatz (U1).

Als Johann Strauß Sohn (1825-1899) in die Praterstraße 54 zog, war er bereits einer der bekanntesten Männer Wiens. Die Gegend passte zu ihm; die Straße war ein vornehmer, kosmopolitischer Boulevard quer durch die ebenso kosmopolitische Leopoldstadt, vom Rand der Inneren Stadt bis zum Prater. Sein Vater Johann Strauß (1804-1849), der den Radetzkymarsch komponiert hatte, war lange tot, und mit ihm auch die schmerzliche Rivalität zwischen Vater und Sohn. Strauß übertraf seinen Vater an Ruhm, er wurde der Walzerkönig und tourte durch Europa, Russland und Amerika.

Hier in der Wohnung in der Praterstraße, heute ein ausgezeichnetes Museum (Johann-Strauß-Museum), hat er die inoffizielle Hymne Wiens komponiert, den Walzer „An der schönen blauen Donau“, Opus 314. Er war ursprünglich für den Wiener Männergesangsverein bestimmt und wurde gesungen 1867 auch einem etwas ratlosen Publikum in den Dianasälen in der Oberen Donaustraße 95 präsentiert. Nicht lange danach wurde er in Paris in einer Orchesterfassung aufgeführt und in der Folge auf der ganzen Welt berühmt und beliebt. Heutzutage wird der Walzer jedes Mal in den weltweit vom Fernsehen übertragenen Neujahrskonzerten der Wiener Philharmoniker im Goldenen Saal des Musikvereins gespielt. 1878 zog Strauß schließlich aus der Praterstraße weg; 1890 starb er, der Komponist Hunderter Walzer, darunter „Geschichten aus dem Wienerwald“, und Operetten, die berühmteste davon „Die Fledermaus“. Seine letzte Wohnung in der heutigen Johann-Strauß-Gasse 4 auf der Wieden wurde leider im 2. Weltkrieg zerstört; an der Mauer einer Wohnung auf Nummer 10 sind die Eröffnungstakte des berühmten Donauwalzers eingraviert.

Über die Jahre lebten in der Praterstraße auch viele andere Wissenschaftler, Künstler und Ärzte. Der Pionier der Filmmusik, Max Steiner (1888-1971), zum Beispiel wurde auf Nummer 72 geboren und arbeitete im Volksprater, bevor er an den Broadway und nach Hollywood ging. Er schrieb Musik für über 300 Filme, darunter „Casablanca“, „Vom Winde verweht“, „King Kong“ und „Der Schatz der Sierra Madre“. Beachten Sie den Dogenhof im venezianischen Stil auf Nummer 70, der den Cà d’Oro am Canale Grande in Venedig imitiert; damals plante man, ein italienisches Viertel in Wien zu errichten. Auf Nummer 44 befand sich die Ordination von Alfred Adler, dem Begründer der Individualpsychologie, auf Nummer 31 das ehemalige Carltheater, wo Johann Nestroy (1801-1862) Direktor war und viele seiner Stücke aufgeführt wurden (eine Statue steht vor dem Haus Nummer 19). Auf Nummer 22 schließlich findet sich der schlichte Raum, in dem Elias Canetti (1905-1994), Literaturnobelpreisträger von 1981, während seiner Schulzeit lebte. Auf Nummer 16 wurde der Dramatiker und Romancier Arthur Schnitzler (1862-1931) geboren, dessen „Traumnovelle“, die im Wien um 1900 spielt, als Vorlage für den letzten Film Stanley Kubricks, „Eyes Wide Shut“ mit Tom Cruise und Nicole Kidman, diente.
auszugsweise aus
Duncan J. D. Smith; Nur in Wien
Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten, geheimen Plätzen und versteckten Sehenswürdigkeiten
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
Fotografien von Duncan J. D. Smith

„Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen anderer Städte mit Asphalt.“ Karl Kraus (1874-1936)
Wien ist sicherlich eine der großartigsten und zugleich homogensten Hauptstädte in Europa. Und es ist eine der faszinierendsten. Die Überfülle an Reiseführern, die es zu kaufen gibt, präsentiert dem nicht allzu anspruchsvollen Besucher eine märchenhafte (und leicht zugängliche) Fülle an Museen, Kirchen, Palais und kulinarischen Lokalitäten, und sie erzählen von der Geschichte der Stadt seit den Zeiten der Römer über jene des Habsburgerreiches bis zur Gegenwart.
mit freundlicher Genehmigung
Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen
www.brandstaetter-verlag.at
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