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Wild
© Friedrich Hartl - Fotolia.com
Wildfleisch ist arm an Fett (Ausnahme Robbenfleisch) und reich an Eiweißen, Mineralstoffen und Vitaminen. Es enthält ungesättigte Omega-3-Fettsäuren, die der menschliche Körper nicht selbst synthetisieren kann.
Fleischsorten
Hirsch und Reh:
 Sowohl Hirsch- als auch Rehfleisch können problemlos tiefgekühlt werden. Frisches Fleisch sollte man etwas nachreifen, tiefgekühltes Fleisch langsam im Kühlschrank auftauen lassen.
Wildschwein:
 Wildschweinfleisch ist fetter als Hirsch oder Reh. Fleisch junger Tiere eignet sich vorzüglich zum Schmoren und Braten und bleibt dabei sehr saftig. Stücke vom Wildschwein sollten vor dem Essen immer ganz durchgebraten werden, um eventuelle Keime zu zerstören. Wildschweinfleisch ist sehr aromatisch.
© butorétoilé - Fotolia.com
Wildschweine können Trichinenträger sein, deshalb unterliegt ihr Fleisch der Trichinenschau, die durch einen Veterinär vorgenommen wird, bevor das Fleisch zum Verzehr oder in den Handel gelangt.
Hase:
 Schlegel und Rücken eignen sich ausgezeichnet zum Braten und Schmoren.
Fasan:
 Fasane können auch mit traditionellen Geflügelrezepten zubereitet werden.
Rebhuhn:
 Sehr schmackhaftes Wildhuhn.
Wildente:
 Gebraten, mit Rotkohl eine beliebte Festtagsspeise.
Wildspeisen
© Casseb - Fotolia.com
Obwohl in der europäischen Küche wohl Wildschnitzel und Wildpfeffer am weitesten verbreitet sind, gibt es viele andere Möglichkeiten, Wildfleisch zuzubereiten.
Als Vorspeisen:
Charcuterie:
 Hirschwurst, Salsize, Trockenfleisch, usw. werden oft noch auf herkömmliche Art nach überlieferten Rezepten produziert. Gesalzene und gewürzte edle Fleischstücke werden während einiger Wochen luftgetrocknet und erhalten dadurch einen charakteristischen, sehr intensiven Geschmack.
Pasteten:
 Wildpasteten sind schon seit Jahrhunderten als Delikatessen bekannt und standen auf den Tischen von Königen und Kaisern.
Terrinen:
 Für die Herstellung von Wildterrinen wird eine Farce aus einem oder verschiedenen Fleischen hergestellt, mit Vollrahm, Salz, Gewürzen und eventuell etwas Cognac gewürzt, eventuell mit Pilzen, Pistazien oder Apfelstückchen verfeinert, dann in eine Form gefüllt und im Ofen langsam pochiert.
Carpaccio:
Wildfleisch von Wiederkäuern kann auch roh gegessen werden, beispielsweise als Hirschcarpaccio. Hier muss jedoch unbedingt darauf geachtet werden, dass das Fleisch parasitenfrei ist. Das Fleisch von nicht-Wiederkäuern eignet sich nicht zum rohen Verzehr.
Als Hauptgang:
Hirsch- und Rehpfeffer:
Schulter-, Hals- oder Schenkelstücke werden klein geschnitten und während drei bis zehn Tagen in eine Rotweinbeize mit Gemüse und Gewürzen eingelegt und anschließend geschmort.
Schnitzel
Ossobuco
Hirsch- und Rehrücken
Traditionelle Wildgerichte werden oft mit Knödel, Spätzle, Rotkraut, heißen Früchten, Maronen, Preiselbeersauce oder Chutneys gereicht.
 
 
Pastete
Pasteten sind feingewürzte Gerichte aus einer Farce aus Fleisch, Wild, Geflügel (auch Innereien wie Leber) oder Fisch, die in einer Teighülle gebacken werden. Varianten sind die portionsgroßen, panierten und frittierten Rissolen (Halbmondpasteten) und die in kleinen Näpfen gegarten Timbalen. Eng verwandt sind Terrinen (Schüsselpasteten), die ohne Teig in einem feuerfesten Gefäß gegart werden und Galantinen (Rollpasteten), die ursprünglich in ausgebeinten Tierkörpern gegart wurden.
Sie werden heute meist ebenfalls zu den Pasteten gezählt. Abgeleitet davon gibt es auch süße Pasteten – als Kuchen mit einer Füllung aus Früchten, Nüssen und ähnlichem – sowie solche, die von der Herstellung und Zusammensetzung her Pralinen ähneln. Pasteten waren wegen ihrer aufwändigen Herstellung lange Zeit ein repräsentatives Gericht, für dessen Zubereitung es einen eigenen Beruf, den Pastetenbäcker gab.

Pasteten sind bereits sehr lange bekannt. Nach Jean Botéro fanden sich auf sumerischen Keilschrifttafeln von etwa 1700 v. Chr. sechs Rezepte für Geflügelpasteten. In Europa sind sie vermutlich um 1000 in Frankreich entstanden. Die Blütezeit der Pastetenbäckerei begann in der Renaissance in den Küchen des Adels und des Klerus. Pasteten wurden mit den damals teuren, durch die Kolonisierung verfügbaren Gewürzen angereichert – das noch heute bekannte Pastetengewürz vermittelt einen Eindruck davon. Zu dieser Zeit stellten Pasteten den Höhepunkt eines Festmahls dar. So soll zu Ehren des Herzogs Philippe le Bon 1452 eine Pastete serviert worden sein, auf der ein Orchester musizierte. 1467 servierte der Erzbischof von York und Kanzler von England, George Nevell, zu seiner Amtseinführung neben zahllosen anderen Gerichten 4000 kalte und 1500 warme Wildpasteten. Seit dem 16. Jahrhundert, dem Beginn der klassischen Küche, wurden die Pastetenrezepte verfeinert, es entstanden berühmte Gerichte wie die Lerchenpastete aus Chartres, die Schnepfenpastete aus Abbéville, die Entenpastete aus Amiens und die Aalpastete aus Melun. Noch heute berühmt ist die Gänseleberpastete aus Straßburg. Infolge der Französischen Revolution, durch die das Zunftrecht aufgehoben wurde, das bis dahin nur Chairecuitiers den Verkauf von Pasteten erlaubte, und die arbeitslos gewordenen Köche und Pastetenbäcker der entmachteten Adligen Restaurants eröffneten, kamen Pasteten – auch über die Grenzen Frankreichs hinaus – in Mode. In diese Zeit fällt auch Carêmes Erfindung der Vol-au-vents mit einer Hülle aus Blätterteig.
© Carmen Steiner - Fotolia.com
Zur Herstellung von Pasteten wird ein spezieller, ungesüßter Mürbeteig, der Pastetenteig verwendet oder auch Blätterteig. Mit dem Teig wird eine feuerfeste Form dünn ausgekleidet und mit Pastetenfarce gefüllt. Die kann zum Beispiel aus mit dem Wiegemesser oder Fleischwolf fein zerkleinertem Fleisch, Leber, Speck und Gewürzen wie Salz, Pfeffer, Kardamom, Muskatblüte und Ingwerpulver bestehen, der kleine Fleischwürfel beigegeben sind. Auch sämige Ragouts kommen als Füllung in Frage. Die Form wird anschließend mit einem Teigdeckel fest verschlossen, in den ein oder mehrere Löcher gestochen werden, um den entstehenden Dampf abzulassen. Dann wird die Pastete im Backofen bei mittlerer Hitze gegart. Bei Pasteten, die kalt serviert werden sollen, werden die beim Abkühlen entstehenden Hohlräume durch die Abzugslöcher mit Gelee aufgefüllt, das zum Beispiel mit Portwein oder Madeira aromatisiert wurde. Im klassischen Menü gehören warme Pasteten zu den Eingangsgerichten (Entrées) und werden meist mit Sauce serviert, kalte Pasteten zu den Relévés, sie gehen dem Braten voraus.
Dieser Bericht basiert auf einem Artikel der
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