Das Wiener Riesenrad
Riesenrad - © lightfan - Fotolia.com

Ein Wahrzeichen Wiens, das ist das Wiener Riesenrad seit seiner Errichtung vor 105 Jahren. Ein Fixpunkt über den Dächern der Stadt, und in diesem Sinne dem Stephansdom durchaus ebenbürtig.

Riesenrad - © Franco Delli Guanti - Fotolia.com

Symbolcharakter hatte das Riesenrad immer schon. Bei seiner Eröffnung diente es als bestaunte Attraktion über den Dächern von “Venedig in Wien”. Nach dem Zweiten Weltkrieg zählte das Riesenrad mit dem Stephansdom und der Wiener Staatsoper zu den ersten Gebäuden und Objekten, die wiederaufgebaut wurden. Um den Charakter der Stadt, um das Überdauern des Wienerischen zu demonstrieren.

Geschichte
1897 Das Wiener Riesenrad wird zur Feier des 50. Thronjubiläums Kaiser Franz Josefs I. errichtet, und sogleich zu einem
Fixpunkt der Wiener Dachlandschaft.
1898 Um auf ihre und ihres Mannes Armut und soziale Not hinzuweisen, hängt sich die Wienerin Marie Kindl während der Fahrt aus dem Fenster eines Waggons.
1914 Für einen Film dreht Madame Solange d`Atalide, eine erfolgreiche Zirkusdirektorin und Reiterin, auf einem Pferd sitzend auf dem Dach eines Waggons eine Runde mit dem Riesenrad.
1916 Erteilung der gerichtlichen Abbruchgenehmigung, die aus
Geldmangel nie wahrgenommen wird.
Ab 1920 Immer mehr US-amerikanische Filmproduzenten verwenden
das Wiener Riesenrad, mit dem Panorama Wiens im
Hintergrund, als Motiv.
1944 Brand des Wiener Riesenrades.
1945 Wiederaufbau des Riesenrades – zeitgleich mit dem Wiederaufbau von Stephansdom, Staatsoper und Burgtheater.
1947 Wiederinbetriebnahme.
1961 Erwerb des Riesenrads durch Dr. Karl Lamac.
Eine neue Epoche
Riesenrad - © Citype, E. Gaube
Das Riesenrad strahlt in die Nacht. Ab dem 1. Mai erhellt ein neuer Fixpunkt den nächtlichen Himmel über den Dächern Wiens. Das Riesenrad, von Lichtarchitekt Patrick Woodroffe neu in Licht gehüllt. In weichem Gold präsentiert sich das Riesenrad als solches, in kühles, klares Silber getaucht die Pylonen. Wo bisher fluoreszierende Lichter waren, dominiert ab nun warmes, bernsteinfarbenes Licht. Mehr noch, im Zusammenspiel mit den anliegenden Gebäuden des Areals wird der Eindruck erweckt, das goldene Licht bewege sich rund um das Riesenrad.
Riesenrad - © Citype, E. Gaube Riesenrad - © Citype, E. Gaube
Nicht nur ein lichtes Kunstwerk wird das neue Riesenrad, es bietet auch konkreten Nutzen. Sowie es dunkel wird, “schlägt” das Riesenrad die vollen Stunden: Jeweils zwei Minuten vor der vollen Stunde erwacht das Rad zum “Leben” und “blitzt” so oft auf, wie spät es ist. Achtmal um 20 Uhr, neunmal um 21 Uhr. Das Riesenrad wird eine überdimensionale Lichtuhr, die beinahe überall in der Stadt gesehen werden kann.

Riesenrad - © Citype, E. Gaube

Technische Details


Ausmasse und Gewichte:

Höchster Punkt des Riesenrades 64,75 m über dem Boden
Durchmesser des Rades 60,96 m (=200 engl. Fuß)
Äußerer Durchmesser der Radkonstruktion 55,78 m
Innerer Durchmesser der Radkonstruktion 49,68 m
Achse des Riesenrades 10,78 m lang, 0,5 m stark, 16,3 t schwer
Gewicht der ganzen Radkonstruktion 244,85 t
Gesamtgewicht aller Eisenkonstruktionen 430,05 t
Geschwindigkeit 0,75 m/sec = 2,7 km/h

Anzahl der Waggons:

bis 1944 30 Waggons
ab 1947 aus Sicherheitsgründen 15 Waggons.


Die Waggons tragen die Nummern 2, 4, 6 usw. bis 30, wobei seit 1987 Waggon Nr. 30 als Luxuswaggon geführt wird.

 

Riesenrad - © Citype, E. Gaube
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