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| Die Römer in Wien |
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| Wie so viele Städte auf dem europäischen
Kontinent gehen auch die siedlungsmäßigen Anfänge Wiens auf die
römische Antike zurück. |
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| Im 1. Jahrhundert n. Chr. kam es hier zur
Anlage eines römischen Militärlagers namens Vindobona, das sich
in die große Zahl der Anlagen an der Limesgrenze reihte. Dieses Lager
befand sich im Herzen der heutigen Stadt, sein Mauerverlauf spiegelt
sich bis zur Gegenwart in einer Reihe recht markanter Straßenzüge des
städtischen Zentrums. |
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| Römische Kleidung - Römerfest Carnuntum 2009 |
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| Ab dem 3. Jahrhundert ist sodann auch eine
Zivilsiedlung im Südosten etwas außerhalb des Lagers nachweisbar, deren
bauliches Gefüge aber im Gegensatz zum Lager selbst weniger gut bekannt
ist. Keiner dieser beiden Anlagen auf dem Boden der heutigen Stadt kam
freilich eine bedeutendere Stellung innerhalb der antiken
Städtelandschaft des heute österreichischen Raumes zu. |
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Vindobona - Groma -
Lagermittelpunkt
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Michael Klein -
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Vindobona -
Legionslager, Lagervorstadt
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Michael Klein -
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| Ab dem späten 4.
und 5. Jahrhundert begann nicht nur im Römerreich allgemein, sondern
auch für Vindobona
im Besonderen ein markanter Niedergang, archäologisch nicht zuletzt an einer schweren
Brandkatastrophe im Lagerareal zu Beginn des 5. Jahrhunderts fassbar. |
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| Römische Baureste am Hof |
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| Den Schauraum erreicht man über den Keller der heutigen Feuerwehrzentrale Am Hof. Der
etwa 4 x 10 m große Raum enthält in originaler Lage ein Stück des
Lagerhauptkanals, dieser begleitete den Wall an der Innenseite des Legionslagers und lief
direkt unter der Wallbegleitstraße, der Via Sagularis. Der Teil des dargestellten
Kanals nahm vermutlich die Abwässer aus dem südlichen Teil des Lagers auf und führte
sie in den Tiefen Graben zum Ottakringerbach. Die Kanalsohle zeigt einen Belag aus der
Länge nach gelegten Dachziegeln (sog. Leistenziegel), je zwei von ihnen kommen in der
Mitte des Kanals mit den Leisten nebeneinander zu liegen. Die Ziegel sind durchwegs gestempelt und tragen, wie ein
ausgestelltes Exemplar zeigt, den Stempel der XIII. Legion in Form einer Schrifttafel
(Tabula ansata) Am Ende des Stempels sind die Namensinitialen jenes Unteroffiziers
(centurio) zu lesen, der die Herstellung der Ziegel beaufsichtigte. |
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| Römische Ruinen unter dem
Hohen Markt |
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| Das Museum zeigt einen Teil der römischen Offiziers- quartiere des
Legions- lagers von Vindobona (1. bis 4.Jhdt .n.Chr.). Die beiden Häuser, welche durch
eine Straße getrennt sind, weisen teilweise Fußbodenheizungen in Form von Schlauch-
heizungen bzw.ypocaustheizungen auf. Eine kleine Dokumentation
an archäologischen Funden (Keramiken, Altäre, Grabsteine) gibt einen Einblick in das
Leben der römischen Legionäre vor 2000 Jahren. |
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| Nach einer einmonatigen Restaurierung wurde die Außenstelle des Historischen Museums der
Stadt Wien, die "Römischen Ruinen unter dem Hohen Markt" mit 4. Februar 2001
wieder eröffnet. Die grundlegende architektonische Umgestaltung der Präsentation
erfolgte durch das Architektenteam "Elmecker & Reuter", die Außenstelle
wurde mit zahlreichen neuen Objekten zur römischen Geschichte Wiens sowie mit
umfangreichen Texttafeln über das Legionslager von Vindobona und die römische Zivilstadt
ausgestattet und empfiehlt sich nun als Stelle für eine grundlegende Erstinformation
betreffend die römische Epoche in Wien (15. v. Chr. bis 400 n. Chr.) |
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Vindobona - Therme
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Michael Klein -
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Vindobona - Via
Principalis
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Michael Klein -
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| Grabungsfeld Michaelerplatz |
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In den Jahren 1989 bis 1991 ergab sich die
Möglichkeit, die Fläche des Michaelerplatzes großflächig archäologisch zu
untersuchen.
Bei den Grabungen konnten neben mittelalterlichen und neuzeitlichen Resten auch Reste der
römischen Bebauung der Lagervorstadt (Cannabae) aufgefunden werden. Die Lagervorstadt war
die Heimat der Frauen und Kinder der Soldaten. Der römische Legionär durfte bis ins
dritte Jahrhundert offiziell nicht verheiratet sein und lebte in der Regel mit seiner
Lebensgefährtin im Konkubinat. Die Freizeit konnte er bei seiner Familie in der Cannabae verbringen, die auch Läden,
Schenken und oft auch Bordelle umfasste. |
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| Über den Kohlmarkt und den Michaelerplatz verlief seit dem Ende des 1. Jahrhunderts n.
Chr. zwei Straßenzüge. Hier kreuzte sich die aus dem Raum Aquae (Baden bei Wien)
kommende Bernsteinstraße mit der die Donau entlangführenden
Limesstraße, dieser Straßenverlauf ist mit rotem Kies angedeutet. An
dieser Kreuzung wurden die Teile von vier verschiedenen Häusern,
vermutlich als Fachwerkhäuser gebaut, aufgefunden. |
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| Diese wurden bis in das 5. Jahrhundert benutzt und im
Verlauf der Zeit mehrmals umgebaut und die sich auf die Querstraße mit
einer Vorhalle öffneten. Das östlich der Straßenkreuzung liegende Haus
besaß eine Vorhalle, in die nachträglich eine Verkaufsbude eingebaut
wurde. Dieses Haus war mit einer Fußbodenheizung und Wandheizung
ausgestattet und, wie ein kleiner Freskenrest mit Weinranken zeigt, mit
Fresken ausgemalt. |
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Vindobona - Michaeler Platz West-Ost
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Vindobona Nord-Süd
©
Michael Klein -
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| Westlich der Straßenkreuzung wurde ein Fundament gefunden, das darauf hinweisen könnte,
dass sich hier ein pfeilerartiges Ehren- oder Grabmonument erhoben hat.
Über das Ende der Siedlung vor dem Legionslager ist nichts bekannt. Sie dürfte ein
erstes Mal in den Markommannen- und Quadenkriegen zerstört worden sein, das genaue Datum
des Endes ist nicht mehr feststellbar, da die obersten römischen Schichten wahrscheinlich
schon bei der Anlage des mittelalterlichen Witmarktes abgetragen worden sind. |
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Vindobona - Streifenhaus
- Front
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| Wasserleitung Vindobona |
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| Reste der aus Süden kommenden Wasserleitung konnten im
23. und 12. Bezirk gefunden werden. Der 23. Bezirk beherbergt außerdem noch Überreste
einer Veteranensiedlung und Gräberfunde. Zwischen Mauer und Atzgersdorf
konnte ein 2,5 km langes Stück der Wasserleitung im Jahre 1905 erforscht
werden. |
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Bleirohre
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Michael Klein -
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| Die Bauweise ist üblicherweise sehr
einheitlich. Es wurde ein breiter Graben ausgehoben, dessen Boden und
Seitenwände massiv ausgemauert und mit wasserdichtem Mörtel verputzt
worden sind. Die Höhe des Kanals betrug 60 - 65 cm und die Breite etwa
50 cm und verjüngte sich an der Sohle bis zu 40 cm. Von oben her wurde
die Wasserleitung mit großen Steinplatten abgedeckt. In dem 2,5 km
langen Stück konnten zwei Schlammfänger dokumentiert werden. Das waren
kleine Becken, etwa 30 cm tief und 70 cm lang, die so gebaut wurden,
dass die Wand an der Einflussstelle höher war, als an der Abflussstelle.
Die Wasserleitungen wurden so gebaut, dass das Gefälle möglichst gering
war. Auf den 2,5 km ergibt sich nur ein Gefälle von 1,46 m. Weitere
Wasserleitungen fanden sich in Laab am Walde und in der
Lainzerstraße - Ecke Promenadenweg. |
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Vindobona - Kanal und
Latrine
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Michael Klein -
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| Marc Aurel |
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Marc Aurel wurde am 26. April 121 nach Christus als
Sohn einer reichen und vornehmen Senatorenfamilie in Rom geboren.
Marcus widmete sich intensiv philosophischen Studien, und er
durchlief die politische Ämterlaufbahn bis hin zum Konsul. Im Mai
145 heiratete er seine Verlobte Faustina. Sie hatten insgesamt
dreizehn (!) Kinder. |
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Mit vierzig Jahren bestieg der friedvolle Philosoph den römischen Kaiserthron und wurde
durch die Umstände in dauernden Kriege verwickelt, die er aber großteils erfogreich für
die Römer führte.
Trotzdem ging Marc Aurel nicht als Feldherr, sondern als Philosoph in die Nachwelt ein.
Dies ist besonders aus die von ihm geschriebenen "Selbstbetrachtungen"
zurückzuführen, in denen seine stoische Haltung zum Ausdruck kommt.
Auch als er im Jahr 180 an Pest erkrankte, sah er seinem Tod mit der typisch stoischen
Gelassenheit entgegen. Er legte sich aufs Bett, zog sich ein Leinentuch über den Kopf und
wartete auf den Tod. Daß er sich nicht vor dem Tod ängstigte zeigt auch der letzte Satz
seiner "Selbstbetrachtungen": Geh also heiter aus dem Leben; denn der, der dich
entläßt, tut es heiter. Am 17. März 180 starb Marc Aurel in Vindobona, dem heutigen
Wien.
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| Links |
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Römische Ruinen unter dem Hohen Markt
Römische Baureste am Hof
Archäologisches
Grabungsfeld, Michaelerplatz
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Spaziergang durch
die
Wiener Altstadt aus
archäologischer Sicht |
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Ein Führer durch die römische Vergangenheit Wiens.
Inkl. 3D Animationen auf Multimedia CD
(Auszüge aus der DVD Vindobona I)
Seit der Altsteinzeit (Paläolithikum) wird der Wiener
Raum von Menschen genutzt. Zahlreiche Spuren
hinterließen die Römer in Wien: Legionslager,
Lagersiedlung, Zivilstadt, Gutshöfe und die
Wasserleitungen. |
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Die Broschüre
"Spaziergang durch die Wiener Altstadt aus archäologischer
Sicht" führt Sie zu folgenden Stationen in der Wiener
Altstadt:
Michaelerplatz - Kohlmarkt/Naglergasse - Naglergasse/Heidenschuss
Am Hof - Judenplatz - Wipplingerstrasse/Hohe Brücke -
Renngasse 9 - Freyung
Texte, Pläne und 3D Rekonstruktionen geben einen Einblick in
die römische Vergangenheit der jeweiligen Plätze. |
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