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Sagen aus der Steiermark
"Die Entdeckung des steirischen Erzberges"
Leopoldsteiner See - © E. Gaube
Leopoldsteiner See
Wenn man von Eisenerz durch das Münnichtal hinaus wandert, kommt man zu einer Stelle, wo sich das Tal zu einer hohen Schlucht verengt. Dort rauscht der Abfluss des Leopoldsteiner Sees in die Tiefe, und rechts, hart neben der Straße, höhlt sich eine Grotte in den Fels. In ihrem dunklen Wasser kann man kleine schwarze Fische pfeilschnell hin und her flitzen sehen. Einst bemerkten dort Bergbewohner eine seltsame Gestalt, die manchmal fröstelnd aus diesen Höhlengewässern auftauchte und die Wärme der Sonne genoss. „Das ist der Wassermann“, meinte einer, „den müssen wir fangen, dass schenkt er uns etwas.“ „Ja, aber wie? Habt ihr nicht gesehen, dass er einen schlüpfrigen Fischleib hat? Des können wir niemals festhalten.“ „Ich weiß etwas“, rief da ein heller Kopf. „Na, sag schon!“ „Wir stellen gebratenes Fleisch und frisches Brot ans Ufer, das wird auch dem Wassermann schmecken, meint ihr nicht?“ „Ja freilich, aber was soll´s damit?“ „Das werdet ihr gleich sehen. Das Wichtigste ist eine Flasche Schnaps. Was glaubt ihr, wie die wirkt? Er ist ja nichts gewöhnt und wird betäubt und einschlafen. In diesem Zustand können wir ihm leicht eine Jacke und Hosen überstreifen, die wir vorher innen mit Pech bestreichen.“ Die anderen staunten über diese List. So etwas wäre ihnen nie eingefallen. Sie bereiteten alles vor, und einige Tage später hatten sie wirklich den Wassermann in ihrer Gewalt. Im Triumph führten sie ihn taleinwärts. Schon waren sie an der Stelle, von der aus man zum ersten Mal den Erzberg sieht.
Erzberg - © E. Gaube
Erzberg
Das blieb der Wassermann wie angewurzelt stehen und wollte nicht mehr weiter. „Ich muss schnell nach Hause“, stieß er in höchster Aufregung hervor, „lasst mich los!“ „Wir sollen dich freilassen, nachdem wir dich mit so viel Mühe gefangen haben?“ „Oh“, schrie der Wassermann, „so begreift doch! Meine Frau hat Besuch, üblen Besuch. Auf den warte ich schon lange!“ Und er stemmte und wehrte sich und bat inständig um seine Freiheit. „Also lass hören, was du uns dafür bieten kannst“, sagten die Bergleute. ! „Wählt!“ entgegnete der Wassermann. „Einen goldenen Fuß, ein silbernes Herz oder einen eisernen Hut! Gold aber währt nicht lange, Silber nur kurze Zeit, das Eisen jedoch soll ewig dauern!“ „Wir wollen den eisernen Hut, den zeig uns!“ riefen die Leute vom Berg, ohne sich lang zu bedenken. „Schaut hin, dort steht er“, sagte der Wassermann und wies auf den Erzberg. „Dieser Berg wird euch Eisen für eine Ewigkeit schenken.“ Die Leute konnten das nicht recht glauben und wollten sich lieber gleich selbst davon überzeugen, ob der Wassermann die Wahrheit gesprochen habe. So blieben einige von ihnen mit dem vor Ungeduld fiebernden Gefangenen am Ort zurück und hielten Rast, während die anderen weiter zum Erzberg wanderten, um das Gestein zu prüfen. Als sie nach Stunden zu ihren Kameraden zurückkehrten und ihnen erzählten, dass der Wassermann ihnen und ihren Nachkommen ein Riesengeschenk gemacht habe, führten sie ihn zur Grotte zurück und ließen ihn frei. Das Wasser schlug über ihm zusammen, und gleich darauf brodelte und wallte es von einem unterirdischen Kampf. Plötzlich färbten sich die Wellen blutrot, und aus der Tiefe hallte höhnisches Gelächter: „Um das Beste habt ihr nicht gefragt, um das Kreuz in der goldenen Nuss und um den Karfunkelstein!“ Was der Wassermann aber damit meinte, hat bis heute noch niemand verstanden.
Der steirische Erzberg
Erzberg - Bild: © Erhard Gaube, Citype
Der Erzberg ist ein Berg in Eisenerz in der Steiermark im Gebirgsstock der Eisenerzer Alpen. Zumindest seit dem 11. Jahrhundert wird am Erzberg Eisenerz abgebaut, hauptsächlich Siderit. Der auch Steirischer Brotlaib genannte Berg stellt damit auch heute noch die wichtigste wirtschaftliche Grundlage in einer sonst strukturschwachen Region dar. Dem Erzberg verdanken wichtige österreichische Institutionen wie die voestalpine mit ihren Stahlwerken in Linz und Leoben-Donawitz oder die Montanuniversität Leoben ihre Existenz. Er war auch Grundlage des wirtschaftlichen Aufschwungs der Region Eisenwurzen und des Ennstals im 19. Jahrhundert.
Erzberg - Bild: © Erhard Gaube, Citype
Der Erzberg gehört zur Grauwackenzone. Er gilt als das größte Sideritvorkommen (FeCO3) der Welt. Neben Siderit besteht das abgebaute Material etwa aus Ankerit und eisenreichen Dolomit (Rohwand). Aufgrund dieser Durchmischung mit weniger eisenreichen Mineralien beträgt der Eisengehalt nur zwischen 22-40 %, im Durchschnitt etwa 33 %.
Erzberg - Bild: © Erhard Gaube, Citype
Jährlich werden derzeit etwa 2 Millionen Tonnen Erz abgebaut, die per Eisenbahn nach Linz (1,5 Millionen Tonnen) und Leoben-Donawitz (750.000 Tonnen) transportiert werden. Bei dieser Förderquote werden die Vorkommen etwa im Jahr 2020 erschöpft sein.
Erzberg - Bild: © Erhard Gaube, Citype
Wann der Eisenabbau auf dem Erzberg begann, ist bislang ungeklärt. Einige Quellen geben an, dass das Erz bereits in der Römerzeit abgebaut wurde, dafür fehlen aber wissenschaftliche Beweise. Für die oft kolportierte Aussage, dass der Erzabbau auf dem steirischen Erzberg im Jahre 712 begonnen hätte, gibt es keinerlei urkundliche Beweise. In Hinblick auf die historische Situation des heutigen Eisenerzer Gebietes im achten Jahrhundert ist es extrem unwahrscheinlich, dass es irgendeine Urkunde über den Erzabbau aus dieser Zeit geben könnte. Erstmals urkundlich erwähnt wird der Erzberg 1171. Bis zur Einführung der Pulversprengung im Jahre 1720 erfolgte der Erzabbau in Stollen, die mit Schlägel und Eisen im Berg vorgetrieben wurden. Im 19. Jahrhundert erlebte die Eisengewinnung unter Erzherzog Johann einen großen Aufschwung, von dem die ganze Region profitierte. Der Tagbau wurde vom Wiener Professor Franz Xaver Riepl angeregt. 1986 wurde der Untertageabbau eingestellt, zwei Jahre später wurde in den Stollen ein Schaubergwerk eingerichtet.
Dieser Bericht basiert auf dem Artikel "Erzberg" der
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Münzen bei MÜNZE Österreich zum Thema
10 Euro - Der Erzberg in der Steiermark - Polierte Platte
© www.austrian-mint.at
Die Vorderseite der Münze zeigt eine Bergwerkszene.
Ein Bergknappe befördert mit einem Grubenhunt Erz aus dem Stollen, der zweite schlägt mit Eisen und Schlägel erzhaltiges Gestein aus dem Fels. Im Hintergrund sieht man den steirischen Erzberg. Auf der zweiten Münzseite ist ein Wassermann am Seeufer liegend dargestellt. Zwei Männer nähern sich, um ihn mit einem mit Pech bestrichenen Mantel gefangen zu nehmen.
Ausgabetag:   14. April 2010
Auflage:   40.000 Stück
Material:   Silber 925/1000
Durchmesser:   32 mm
Gewicht:   16 Gr.
auszugsweise aus
MÜNZE Österreich Aktiengesellschaft
Die im Herzen Wiens gelegene Prägestätte blickt mittlerweile
auf eine mehr als 800-jährige Geschichte zurück.
Vor dem Euro wurden hier Schilling und Groschen geprägt,
und noch früher - in der Zeit der Monarchie - lauteten die hier geprägten Geldstücke auf Kronen, Gulden und Dukaten.
http://www.austrian-mint.at/shop
Briefmarken bei Post.at zum Thema
Sagen und Legenden aus Österreich:
"Die Auffindung des Erzberges"
Bild: © Post.at
Der steirische Erzberg - die jahrhundertalte Arbeitsstätte vieler dort ansässiger Menschen - spielt in der Gedankenwelt (etwa ein Dutzend Erzählungen sind es) eine große Rolle. Wie auch immer man zum Wahrheitsgehalt von Sagen stehen mag: Der Zorn des Donnergottes (Ereignissage), die Klugheit der Steirer in der Wahl des Geschenkes und das eingehaltene Versprechen des Wassermannes (Wassermannsage) haben den Erzberg bis heute tatsächlich zum "Brotlaib der Steiermark" gemacht. Eisen findet sich in vielen Gegenden des steirischen Oberlandes. Das bekannteste Abbaugebiet ist aber doch der Erzberg (1466 m), die "Steirische Pyramide" bei Eisenerz. Über mehr als tausend Jahre wurde hier Eisenerz abgebaut. Die Mürz-Murtal-Linie ist historisch gewachsen. Tektonisch ist sie bereits vor 70 Millionen Jahren entstanden. Geologisch gehört der Erzberg zur Grauwackenzone, die sich mit den Kalken und Schiefergesteinen aus dem Erdaltertum von Niederösterreich bis Tirol erstreckt. Heute ist die größte Sideritlagerstätte (FeCO³) der Welt Grundlage für den größten Erztagbau Mitteleuropas. Der steirische Erzberg ist über Jahrhunderte hinweg Basis der österreichischen Stahl- und Eisenindustrie des Landes gewesen. Mit Recht trägt der steirische Erzberg Jahrhunderte hindurch den Namen "Steirischer Brotlaib": Er ist der Laib Brot, von dem jede Generation eine Scheibe abschneidet.
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Erscheinungsdatum:   12.11 1999
Druckart:   Kombinationsdruck
Entwurf:   Adolf Tuma
Stich:   Werner Pfeiler
Druck:   Österreichische Staatsdruckerei
Art:   Dauermarkenserie
auszugsweise aus
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Alle Briefmarken, die die Post zu bieten hat.
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