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| Schottenstift |
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Im Herzen der Stadt Wien liegt die Abtei Unserer Lieben Frau zu
den Schotten, der Lebensort von Benediktinermönchen, die sich von
diesem Satz aus dem Buch der Psalmen persönlich angesprochen wissen.
Durch das Ziel der Gottsuche und durch die konkrete Lebensform sind
die Mönche mit den vielen Benediktinern und Benediktinerinnen auf
der ganzen Welt verbunden. Darüber hinaus wissen sie sich
solidarisch mit allen Menschen guten |
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| Willens, die wie sie das wahre Leben anstreben. Den
benediktinischen Regeln folgend, bietet das Kloster aber auch sehr
konkrete Dienste an. Im Sinne der benediktinischen Gastfreundschaft
bietet das Schottenstift »Kloster auf Zeit«, in dem als
Frühstückspension geführten Benediktushaus sind Gäste aus der ganzen
Welt willkommen. Die Seelsorge und geistliche Betreuung gehören genauso
zum Alltag der Mitglieder des Konvents, wie die Lehrtätigkeit im
traditionsreichen Schottengymnasium und die Jugendarbeit im Keller. In
der lebendigen Schottenpfarre kann sich eine rege kulturelle Aktivität
entfalten. |
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| Zur Geschichte des
Schottenstifts |
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| Herzog Heinrich II. Jasomirgott machte Wien zur
Residenz des Babenbergerreiches. Um die Bedeutung der neuen Hauptstadt
zu heben, berief er 1155 iroschottische Mönche aus dem
St.-Jakobs-Kloster in Regensburg nach Wien. Die neue Gründung sollte in
erster Linie eine Stätte des Gebetes sein, dann aber auch ein Ort, an
dem Pilger und Gäste Aufnahme finden konnten, eine Zufluchtsstätte für
Asylanten (der Name "Freyung" erinnert heute noch daran) und ein Zentrum
kulturellen Lebens. |
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| In den Jahren von 1160 bis 1200 entstand außerhalb der damaligen
Stadtgrenze ein mächtiger romanischer Kirchenbau, der um einiges
größer war als der heutige; der Ostteil der romanischen Kirche
reichte um etwa 25 Meter über die Ostwand des heutigen Gotteshauses
hinaus. Im Jahr 1200 wurden Kirche und Kloster durch den Passauer
Bischof Wolfger von Ellenbrechtskirchen geweiht. Bereits 1276 fiel
ein Großteil dieser mühsam errichteten Anlage einem Brand zum Opfer.
Erdbeben in den Jahren 1348 und 1443 ließen abermals Spuren der
Zerstörung zurück. In der Mitte des 15. Jahrhunderts entstand somit
ein neues Kloster. |
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Im Jahr 1418 endete die Ära der iroschottischen Mönche, da ihnen im
Zuge der Melker Klosterreform wegen des immer spärlicher werdenden
Nachwuchses an Mönchen nahegelegt wurde, auch Einheimische in ihre
Reihen aufzunehmen. Die Iroschotten zogen es aber vor, in ihre
Mutterabtei nach Regensburg zurückzukehren. Der Name "Schotten"
blieb jedoch bis heute erhalten.
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Die grundlegende Neugestaltung der
Schottenabtei fällt in das 17. und 18. Jahrhundert. 1648 wurde der
heutige Kirchenbau vollendet, in den folgenden Jahrzehnten wurde
auch die Klosteranlage von Grund auf verändert. Entscheidenden
Anteil an diesen Bauten hatte Abt Carl Fetzer (1705-1750). Der
heutige "Schottenhof" wurde unter Abt |
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Andreas Wenzel (1807-1831) durch den Architekten
Josef Kornhäusel klassizistisch neu gestaltet. Die intensive
Beschäftigung mit der Wissenschaft und die engen Beziehungen zur 1365
gegründeten Wiener Universität führten schon zu Zeiten der
iroschottischen Mönche zum Entstehen einer ersten Bibliothek. Obwohl aus
dieser Anfangszeit heute fast nichts mehr erhalten ist, nahm die Zahl
der mittelalterlichen Handschriften und Inkunabeln in den nachfolgenden
Jahrhunderten ständig zu. Diesbezüglich verfaßte P. Albert Hübl
(1867-1931) alle derzeit gültigen gedruckten Kataloge. Im Zuge der
Neugestaltung des Klosters wurde unter Abt Andreas Wenzel für die
gedruckten Bücher ein neuer Bibliothekssaal errichtet, dessen heutige
Einteilung P. Vinzenz Knauer (1828-1894) angelegt hatte. Unter seiner
Leitung wurde 1883 auch ein handschriftlicher Nominalkatalog der Bücher
angelegt.
1807 kam es auf kaiserlichen Wunsch zur Gründung des
»Schottengymnasiums«, das die alte Schultradition des Hauses auf der
Freyung aufgriff und weiterführen sollte. Die angesehene Schule ist zu
einem Hauptarbeitsgebiet der Mönche geworden. Die beiden Weltkriege hat
das Schottenstift gebäudemäßig im Großen und Ganzen zwar heil
überstanden, für den Konvent selbst brachten sie großen Schaden mit
sich, seien es die wirtschaftlichen Nöte nach dem Ersten Weltkrieg oder
der große personelle Aderlaß in den Jahren 1939 bis 1945. Zahlreiche
Brüder fielen im Krieg oder kehrten nicht mehr zurück, die Tore des
Gymnasiums blieben von 1938 bis 1945 geschlossen. Das Zweite
Vatikanische Konzil brachte auch für die Schottenabtei die Neubesinnung
auf die Eigenarten des monastischen Lebens und die Aufgaben mit sich,
die eine benediktinische Gemeinschaft in der Welt von heute übernehmen
soll und kann. |
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| Das Museum im Schottenstift |
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Bedeutende Kunst aus mehreren Jahrhunderten
Das Wiener Schottenstift auf der Freyung zählt zu den bedeutendsten
Benediktinerklöstern in Österreich. Schon im 15. Jahrhundert entwickelte
sich das Schottenstift zu einem Zentrum des Wiener Geistes- und
Stadtlebens. Nicht zufällig zeigt der Schottenmeisteraltar die erste
topografisch richtige Ansicht der Stadt Wien. Die Regierungszeit des
Barockabtes Carl Fetzer (1705–1750) wurde eine wirtschaftliche und
kulturelle Hoch-Zeit. Die 1826–1832 von Josef Kornhäusel gestaltete
Prälatur beherbergt heute das »Museum im Schottenstift«. Neben einer
umfangreichen Sammlung von Gemälden, Möbeln, Tapisserien, Paramenten und
liturgischen Geräten und Gewändern, zeigt es eine eindrucksvolle
Dokumentation der Stiftsgeschichte. |
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Der Hochaltar der ursprünglich gotischen
Stiftskirche wurde um 1640 entfernt. Heute ist der Altar des »Wiener
Schottenmeisters«, entstanden von 1469 bis 1480, ein Hauptwerk
spätgotischer Malerei in Österreich und Mittelpunkt des Museums im
Schottenstift. Geschichte, Entstehungsprozess, Werkstattbetrieb u.a.
erläutert eine informative Dokumentation, die Nachfolgewerke bis zur
flämischen Malerei des 17. Jahrhunderts von David Vinckboons und
Josse de Momper d.J. ergänzen.
Im Schottenstift findet der interessierte Besucher neben bedeutenden
religiösen Gemälden (u.a. von Peter Paul Rubens, Jan Cossiers und
Giovanni Battista Pittoni), Portrait- und Landschaftsmalerei des 17.
und 18. Jahrhunderts (u.a. von Johann Christian Brand, Christian
Seybold, Christoph Paudiss und Simon de Vos) und Wiener
Biedermeiermalerei von Johann Baptist Drechsler, Johann Knapp,
Thomas Ender und Johann Peter Krafft. Werke der niederländischen und
österreichischen Stillebenmalerei des 17. und 18. Jahrhunderts
ergänzen die wertvolle Privatsammlung. Das großformatige ehemalige
barocke Hochaltarbild von Joachim von Sandrart »Die himmlische
Glorie« (1671) im Prälatensaal ist, wie der Vortragssaal mit Werken
österreichischer Barockmaler wie Peter Paul Strudel und Tobias Pock,
in den Museumskomplex integriert. |
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| Schottenstift |
| A 1010 Wien, Freyung 6 |
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+43-(0)1- 534 98 |
 |
schotten@schottenstift.at |
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Öffnungszeiten des
Museums:
Donnerstag bis Samstag 11.00 bis 17.00 Uhr
An Feiertagen geschlossen |
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