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| Die Schweden vor Wien |
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Truppendarstellungen aus der Zeit
des Dreißigjährigen Krieges
anläßlich der Veranstaltung "Montur und Pulverdampf" 2009 im
Heeresgeschichtlichen Museum - © Citype |
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| Während des Dreißigjährigen Kriegs war Wien nur
zweimal unmittelbar ins Kampfgeschehen einbezogen. Am 5. Juni
1619 war der böhmische Adelige Matthias Thurn mit seinen
Anhängern vor die Tore der Stadt gezogen, in der Kaiser
Ferdinand II. weilte. Der kaisertreue Wiener Bürgermeister
Daniel Moser bewaffnete tausendfünfhundert Bürger und
sechshundert Studenten und verbarrikadierte die Stadttore.
Dennoch spitzte sich die Lage zu; einige Tage später waren
protestantische Landherren bereits gewaltsam in die kaiserlichen
Gemächer in der Burg eingedrungen, als Moser buchstäblich im
letzten Augenblick ein Regiment der kaiserlichen
Dampierre-Dragoner in die Stadt einließ, dessen Erscheinen die
Situation bereinigte (?1601 – 1610). Die zweite Begegnung Wiens
mit dem Dreißigjährigen Krieg war allerdings gefährlicher Natur.
Nach seinem Sieg bei Jankau (März 1645) zog der schwedische
General Lennart Torstenson im April vor de Tore der Stadt. Auf
ihrem Anmarschweg hatten die schwedischen Truppen bereits
schwere Verheerungen in Niederösterreich angerichtet; der Ruf,
der ihnen vorauseilte, war entsprechend so dass die Angst in
Wien zu Panik wurde. Die Besitzenden flohen in hellen Scharen
nach Salzburg, nach Graz, ja bis nach Venedig! Erst strenge
Edikte machten dem Massenexodus ein Ende. Ein allgemeines
Aufgebot der wehrfähigen Männer zwischen sechzehn und sechzig
ergab eine Verteidigungstruppe von fünftausend Mann, dazu kamen
noch die Stadtwache und Söldner. Die Schweden eroberten die
„Wolfsschanze“, einen Brückenkopf am linken Donauufer nahe dem
Tabor. Sie beschossen die Stadt vier Tage lang, allerdings ohne
besonderen Schaden anzurichten. Da der erwartete ungarische
Sukkurs ausblieb, zog Torstenson nach Mistelbach ab und
marschierte schließlich gegen Brünn. Schon am 29.Mai 1645
konnten die Kaiserlichen die stark verteidigte Wolfsschanze von
den Schweden zurückerobern. Allerdings stand Torstenson schon im
Spätsommer erneut vor Wien und besetzte am 31.August wieder die
Wolfsschanze. Krems an der Donau und Korneuburg wurden zu
schwedischen Hauptfestungen ausgebaut, aber Anfang Oktober zogen
die schwedischen Truppen in die Winterquartiere nach Norden ab –
in den alten Zeiten, die wenigstens in dieser einen Beziehung
tatsächlich „gut“ waren, wurde ja nur während der warmen
Jahreszeit Krieg geführt. Nach dem Rücktritt Torstensons, den
die Gicht plagte, konnten die bayerischen und kaiserlichen
Truppen das Land bald von der schwedischen Plage befreien. Am
4.August 1646 kapitulierten die Schweden in Krems und Korneuburg,
und im September war die Schwedengefahr für Niederösterreich und
Wien ein für alle mal beseitigt. Allerdings hatte trotz der
relativ leichten Abwehr der schwedischen Bedrohung der Krieg
doch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen für Wien. Durch den
Untergang des oberdeutschen Gewerbes erlitt der Donauhandel
einen empfindlichen Schlag, und auch der Nordsüdhandel mit
Ungarn kam wieder einmal zum Erliegen, obwohl in Ungarn
ausnahmsweise Frieden herrschte. Der schwerste Schlag war aber
das generelle Weineinfuhrverbot, das in Bayern aus
merkantilistischen Überlegungen erlassen wurde. Es traf einen
Lebensnerv der Stadt. |
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| Text auszugsweise aus |
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| Stadtchronik Wien |
Dr. Christian Brandstätter, Dr. Günter
Treffer
2000 Jahre in Daten, Dokumenten und Bildern
Von den Anfängen bis zur Gegenwart |
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mit freundlicher Genehmigung |
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| Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H. |
| Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen |
| www.brandstaetter-verlag.at |
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Truppendarstellungen aus
der Zeit
des Dreißigjährigen Krieges |
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| Kaiserliche Artillerie
Augsburg |
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| Zu Beginn der Neuzeit entwickelte sich die
Artillerie zum dritten wichtigen Bestandteil eines Heeres.
Anfangs befanden sich die Herstellung sowie die Bedienung der
Geschütze in ein und derselben Hand. Die Kanonengießer waren
gleichzeitig die Geschützmeister ihrer Stücke. Es waren
handwerksmäßig organisierte Büchsenmeister, die sich von der
Seite der Glockengießer diesem Handwerk zugewandt hatten. |
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Nachbau einer zehnläufigen
Luntenschloss-Drehbüchse von G.B.Bergamin gefertigt
und in der "Waffenkammer des Rates der Zehn" im Dogenpalast von
Venedig aufbewahrt.
anläßlich der Veranstaltung "Montur und Pulverdampf" 2009 im
Heeresgeschichtlichen Museum - © Citype |
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Die Kunst, Geschütze herzustellen, war anfangs eine geheime und
wurde nur innerhalb einer Familie weitergegeben. Sie beruhte
zunächst auf rein empirischen Erfahrungen. Die Verpflichtung zur
unbedingten Geheimhaltung galt noch zu Zeiten Kaiser
Maximilians. Jeder Büchsenmacherlehrling musste schwören, das
Geheimnis der Herstellung und auch der Bedienung unter keinen
Umständen zu verraten. Größere Reichsstädte wie Augsburg oder
Nürnberg hielten ständig solche Büchsenmacher im Dienst.
Die Gruppe "Kaiserliche Artillerie Augsburg" besteht aus
Kanonieren, die sich dem 16. und 17. Jahrhundert verschrieben
haben. Das Herzstück der Gruppierung ist ein 3-Pfünder Bronze
Ordonanzgeschütz mit dem Namen "Pauline". |
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Text: Beschreibung "Montur und Pulverdampf"
2009 im Heeresgeschichtlichen Museum |
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| Cronacher Ausschuß
Compagnie |
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Das heute im nördlichsten Bayern gelegene
Kronach diente bis 1803 mit seiner starken Stadtbefestigung
sowie der mächtigen Festung Rosenberg als wichtigstes Bollwerk
des Fürstenbistums Bamberg. Noch heute ist die gesamte
Stadtmauer mit vier Türmen und mehreren Bastionen erhalten. 2003
konnte das 1000. Stadtjubiläum gefeiert werden.
Der Ausschuss, also die im Gefahrenfall "commandirten"
waffenfähigen Bürger der Stadt, spielte besonders im
Dreißigjährigen Krieg die entscheidende Rolle bei der
erfolgreichen Verteidigung von Stadt und Festung gegen mehrere
sehr heftige Angriffe der schwedischen Konföderierten. Um diese
ruhmreiche Tradition der bürgerlichen Selbstverteidigung der
Stadt Kronach auch heute ins Bewusstsein zu rücken, hat sich die
2001 neu formierte "Cronacher Ausschuß Compagnie" die Aufgabe
gestellt, die Epoche des 17. Jahrhunderts im Sinne der "living
history" informativ und wirklichkeitsnah darzustellen. Vor allem
die statische und dynamische Präsentation historischer
Feuerwaffen, zum Teil selbst nachgebaut, steht im Mittelpunkt
der Aktivitäten der "Cronacher Ausschuß Compagnie", die von den
sprichwörtlich "Tapferen Weibern von Cronach" als zusätzlicher
"Waffe" begleitet werden. |
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Text: Beschreibung "Montur und Pulverdampf"
2009 im Heeresgeschichtlichen Museum |
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| Historischer Verein Alt-Tilly e.V. |
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Der Verein hat sich im Frühjahr 2004, in erster Linie als
Plattform für die Ausrichtung der Tilly-Ausstellung im Jahr
2007, in Altötting gegründet. Der Vereinsname "Alt-Tilly" leitet
sich vom Leibregiment des Reichsgrafen Johann Tserclaes von
Tilly (* 1559, † 1632)ab. Regimentsinhaber waren Obristen,
welche von den Herrschern bestallt wurden; in diesem Fall war es
Herzog Maximilian I. (ab 1623 Kurfürst). Höhere Offiziere
konnten durchaus Inhaber von zwei oder mehreren Regimentern
sein. Generalleutnant Tilly war Inhaber von zwei Regimentern,
welche zur Unterscheidung "Alt-Tilly" und Jung-Tilly" genannt
wurden. Entscheidend dafür war, wann die Regimenter geworben
wurden.
Das Regiment, in der wallonischen Heimat des Reichsgrafen
geworben, wurde 1631 in der Schlacht bei Breitenfeld fast
vollkommen vernichtet. Die Regimentsfahnen wurden von den
Schweden erbeutet und befinden sich noch heute im Armeemuseum
Stockholm. Die heutige Vereinsfahne, bei der es sich um eine
Replik derselben handelt, entspricht im Format und in der
Gestaltung genau dem Original. |
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Text: Beschreibung "Montur und Pulverdampf"
2009 im Heeresgeschichtlichen Museum |
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| Budai Talpasok |
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Die Gruppe "Budai Talpasok" - auf Deutsch "Fußvolk aus Buda" -
stellt das in Ungarn als etwas exotisch geltende westliche
Kriegswesen dar und repräsentiert auch die Söldnerheere, die im
Langen Türkenkrieg, im Dreißigjährigen Krieg und natürlich auch
in späteren Feldzügen gegen das Ottomanische Reich auf
ungarischem Boden tätig waren. Damit sind sie die einzige
Reenactment-Vereinigung in Ungarn, die als kaiserliche Truppe
jener Zeit - von 1580 bis 1630 - auftritt. Die Gruppe ist seit
2007 aktiv; seit diesem Zeitpunkt haben sie an verschiedenen
historischen Veranstaltungen in Ungarn, aber auch im Ausland
teilgenommen.
"Budai Talpasok" stellen eine Compagnie eines wallensteinischen
Infanterieregiments dar. Die Gruppe besteht überwiegend aus
leichten Pikenieren, und bei Belagerungen agieren sie als
Grenadiere - eine Waffengattung, die in jener Zeit erst im
Entstehen begriffen war. Ganz außerordentlich ist auch der
begleitende Tross, der - der damaligen Zeit entsprechend - fast
so groß ist wie das kämpfende Heer selbst. Die Trossweiber und
Marketenderinnen sind begabte Köchinnen und kennen sich mit den
Speisen des 17. Jahrhunderts bestens aus. |
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Text: Beschreibung "Montur und Pulverdampf"
2009 im Heeresgeschichtlichen Museum |
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Der Dreißigjährige Krieg |
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| Darstellung von Kriegsgräueln
nach Jacques Callot (1592 – 1635) |
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Der
Dreißigjährige Krieg von 1618
bis 1648 war ein Konflikt um
Hegemonie oder Gleichgewicht
zwischen den Mächten Europas und
zugleich ein Religionskrieg. In
ihm entluden sich sowohl die
Gegensätze zwischen der
Katholischen Liga und der
Protestantischen Union innerhalb
des Heiligen Römischen Reiches
als auch der
habsburgisch-französische
Gegensatz auf europäischer
Ebene. Gemeinsam mit ihren jeweiligen Verbündeten
in Deutschland trugen die habsburgischen Mächte
Österreich und Spanien ihre dynastischen
Interessenkonflikte mit Frankreich, den
Niederlanden, Dänemark und Schweden aus.
Die Feldzüge und Schlachten fanden überwiegend
auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reiches
statt. Die Kriegshandlungen selbst, aber auch
die durch sie verursachten Hungersnöte und
Seuchen verheerten und entvölkerten ganze
Landstriche. In Süddeutschland etwa überlebte
nur ein Drittel der Bevölkerung. Nach den
wirtschaftlichen und sozialen Verheerungen
benötigten einige vom Krieg betroffene
Territorien mehr als ein Jahrhundert, um sich
von dessen Folgen zu erholen. Der Dreißigjährige
Krieg endete mit dem Westfälischen Frieden am
24. Oktober 1648.
Der Dreißigjährige Krieg entstand aus einem
innerterritorialen Streit zwischen Landständen
und Zentralgewalt, entwickelte sich dann zu
einem überregionalen Konflikt innerhalb des
Römisch-Deutschen Reichs und schließlich zu
einem gesamteuropäischen Krieg. Obwohl zunächst
religiös begründet, wurde im Verlauf des Krieges
schon bald offenbar, dass er überwiegend aus
machtpolitischen Gesichtspunkten geführt wurde.
Auf dem Gebiet des Heiligen Römischen Reichs
bekriegten sich zwei Machtblöcke, die beide von
katholischen Mächten geführt wurden: die
spanischen und österreichischen Habsburger
einerseits und Frankreich andrerseits.
Insgesamt folgten in den 30 Jahren von 1618 bis
1648 vier Konflikte aufeinander, die von der
Geschichtswissenschaft nach den jeweiligen
Gegnern des Kaisers und der Habsburger Mächte
als Böhmisch-Pfälzischer,
Dänisch-Niedersächsischer, Schwedischer und
Schwedisch-Französischer Krieg bezeichnet
wurden. Zwei Versuche den Konflikt zu beenden,
der Friede von Lübeck 1629 und der Friede von
Prag 1635 scheiterten daran, dass sie nicht die
Interessen aller direkt oder indirekt
Beteiligten berücksichtigt hatten. Dies gelang
erst dem gesamteuropäischen Friedenskongress von
Münster und Osnabrück 1641–1648. |
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Dieser Bericht basiert auf einem Artikel der |
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Österreich / Dreißigjähriger Krieg |
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