Karl Kolarik's Schweizerhaus GmbH
A 1020 Wien, Prater 116
+43-(0)1- 7280152 13
+43-(0)1- 7280152 29
Öffnungszeiten:
Täglich von 11:00 bis 23:00 Uhr
 heißen wir Sie herzlich willkommen,
Samstags, Sonntags und Feiertags bereits ab 10:00 Uhr.
Die Saison dauert vom 15. März bis zum 31. Oktober.
Reservierungen können online oder telefonisch durchgeführt werden.
Schweizerhaus - © E. Gaube, Citype, 2008
Schweizerhaus - © E. Gaube, Citype, 2008
Geschichte
Überlieferungen zufolge gab es das Schweizerhaus bereits vor 1766. Es trug damals den Namen „Zur Schweizer Hütte“. Zu dieser Zeit war der Prater dem „gemeinen Volk“ noch nicht zugänglich. Seinen Namen erhielt es nach den Schweizer Jagdtreibern, die dort die kaiserlichen Herrschaften bewirteten. Um 1800 stand an gleicher Stelle das Gasthaus „Zur Tabakspfeife“, so benannt, weil es damals als Treffpunkt der Raucher galt, denn Tabakrauchen war zu dieser Zeit in der sogenannten guten Gesellschaft verboten. Während des Wiener Kongresses wurde das Gasthaus 1814 der Zeit gemäß „Zum russischen Kaiser“ umbenannt. 1868 wurde es als „Schweizer Meierei“ eröffnet, um später seinen endgültigen Namen zu erhalten, der allen Wienern und Touristen, die Wien besuchen, ein Begriff ist. Synonym für gepflegtes Bier und resche Stelzen.
Schweizerhaus - © E. Gaube, Citype, 2008
Von 1907 bis 1920 führte Jan Gabriel die Gaststätte. Im „Wiener Extrablatt“ hieß es in einem Eröffnungsbericht: „Das bürgerliche Pilsner, das Gabriel seinen Gästen vorsetzt, ist eine Wiener Specialität geworden...
Es ist ein Lebenselixier, ein Heiltrunk, der jedem neuen Muth und neue Kraft verleiht. Auch die Küche ist im Schweizer Haus vorzüglich, und so kann man nicht nur gut trinken, sondern auch gut essen, und dafür hat man in Wien immer noch ein Verständnis“. 1920 übernahm Karl Kolarik das Schweizerhaus, das gerne eine der letzten kulinarischen Bastionen des alten Wiener Praters genannt wird.
Schweizerhaus - © E. Gaube, Citype, 2008
 Karl Kolarik sen. wurde 1901 in Wien geboren und war 19 Jahre alt, als er das Haus übernahm. Schon damals überraschte er die Wiener mit innovativen Ideen und eröffnete 1925 die „Erste Wiener Fischbraterei“. Damals waren Seefische in Österreich noch wenig bekannt. 1926 reiste er nach Böhmen und „entdeckte“ dort das Budweiser Bier. Er kaufte spontan einen ganzen Wagen, brachte das Budweiser nach Wien, wo es reißenden Absatz fand...
Bild aus www.schweizerhaus.at
Bild aus www.schweizerhaus.at
Karl Kolarik nannte das Schweizerhaus einmal „Wiens größtes Bierfass“. Als gelernter Fleischer und Selcher errichtete er eine Wurstselcherei, eine Kukuruz-Rösterei und erfand die Rohscheiben. Er schenkte Kuttelflecksuppe aus, bot seinen Gästen nach dem Krieg Kartoffelpuffer, slowakische Krautsuppe, Karpfen und Olmützer Quargel an, alles original und frisch. In den letzten Kriegstagen 1945 wurde das Schweizerhaus vollkommen zerstört. Karl Kolarik musste das Schweizerhaus neu aufbauen. Er hat das berühmteste Wiener Praterbeisel zur heutigen Blüte geführt und bis zu seinem Tod im April 1993 geleitet. Er war ein Wiener Original, führte Schmäh mit seinen Freunden und Gästen. Heute wird das Unternehmen von seiner Familie weitergeführt, sein Sohn Dkfm. Karl Jan Kolarik leitet das Unternehmen.
Text auszugsweise aus www.schweizerhaus.at
Lexikon der Sprachirrtümer Österreichs

Das „Schweizerhaus“ im Wiener Prater heißt so,
weil es von Schweizern gegründet wurde.
Das „Schweizerhaus“ ist ein beliebtes Gartenrestaurant im Wiener Prater, wo Schweinsstelzen (= Eisbein) serviert werden. Der Name leitet sich ab von einer früheren „Schweizer Meierei“, die schon 1868 eröffnet wurde. Von 1907 bis 1920 führte ein gewisser Jan Gabriel die Gaststätte, ehe der legendäre Karl Kolarik das „Schweizerhaus“ übernahm und zu einem kulinarischen Wahrzeichen Wiens machte.

Mit der Schweiz oder mit Schweizern hat weder die „Schweizer Meierei“ noch das „Schweizerhaus“ etwas zu tun. Jahrhunderte hindurch war die Schweiz ein Symbol für Reichtum und für gepflegte (und opulente) Gastronomie, und von daher kommt die Namensgebung.

Aus diesem Grund nannte auch der Hotelier Fritz Hartwieger sein in Dornbach etabliertes Hotel mit angeschlossenem Restaurant „Wiener Schweiz.“ Wie man einer Einschaltung des „Wiener Almanach“ aus dem Jahre 1909 entnehmen kann, gab es von Mai bis Oktober Backhühner und in den restlichen Monaten des Jahres lud man zum fröhlichen Ganslessen.

Aus Dankbarkeit für die Schweizer Hilfslieferungen nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Park neben dem Südbahnhof umbenannt – von „Maria-Josefa-Park“ in „Schweizer Garten“.
Textauszug aus
Grüner, Sigmar - Sedlaczek, Robert
Lexikon der Sprachirrtümer Österreichs
Deuticke Verlag
ISBN: 3-216-30714-X
1010 Wien; Hegelgasse 21
Tel.: +43 1 512 15 44-281
info@deuticke.at
Auszugsweise Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung des Deuticke Verlages und der Autoren in Zusammenarbeit mit dem Wien-Vienna.
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