| Setagayapark |
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Bild: Teich, Brücke und Laterne im
Setagayapark in Döbling
© Verlag Christian Brandstätter - Duncan J. D. Smith |
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| Ein japanisches Gartenparadies |
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XIX. Bezirk (Döbling), Setagayapark, Eingang Ecke Hohe
Warte/Barawitzkagasse; U6 bis Nußdorfer Straße, Straßenbahnlinie 37 bis
Barawitzkagasse.
Eine Stadt wie Wien mit ihren langen, heißen Sommern und ihrem Boden aus
fruchtbaren alluvialen Ablagerungen und feuchtigkeitsdurchlässigem
Sandstein besitzt natürlich auch viele schöne Parks (auf einer Fläche
von insgesamt 868 Hektar), an denen sich Einwohner wie Besucher erfreuen
können. Darunter sind der französische Formalgarten von Schönbrunn, der
noble englische Garten des Stadtpark, die barocken Terrassen und der
Alpengarten im Schloss Belvedere, die herrlich duftenden Rosenrabatten
im Volksgarten, die Teiche und alten Bäume des Türkenschanzpark und der
einfache grüne Rasen im Fridtjof-Nansen-Park in Liesing, der an den
norwegischen Polarforscher, Staatsmann und Friedensnobelpreisträger von
1922 erinnert.
Will man aber etwas Ungewöhnliches kennen lernen, sucht man am besten
den grünen XIX. Bezirk Döbling auf, wo sich auf einer kleinen Fläche
neben einem Altersheim unerwartet der Setagayapark im japanischen Stil
auftut. Er wurde 1992 von dem verstorbenen japanischen
Landschaftsgärtner Dr. Ken Nakajima angelegt und zwar zu Ehren der
langjährigen engen kulturellen Verbindungen zwischen Döbling und dem
Tokioter Stadtbezirk Setagaya. Man erkennt den Park von außen an seinem
Bambuszaun und am gravierten „Furomon-Stein“, der dem Vorübergehenden
verrät, dass hier ein Paradiesgarten liegt.
Wenn der Besucher durch die Pforte getreten ist, fühlt er sich
unmittelbar in eine Welt der Stille und Gelassenheit versetzt, die die
tiefe Liebe der Japaner zur Natur und den Schinto-Glauben spiegelt, nach
dessen Ansicht Götter in Felsen, Bäumen und Wasser wohnen. Vom hübschen
Teehaus („Cha-niwa“) in einem kleinen Bambushain am Ufer gibt es einen
schönen Blick über einen Teich voller Wasserlilien zu einer anmutig
geschwungenen Brücke. Diese wiederum kontrastiert auf der einen Seite
perfekt mit einem weißen Kiesstrand im „Suhama“-Stil, der mit Iris
bepflanzt ist und wo Schildkröten in der Sonne dösen. Harmonisch
schlängeln sich Wege durch den Park, vorbei an einer eleganten
steinernen „Yukimi“-Laterne, dichten Pflanzungen von jahreszeitlich
wechselnden Blüten und an japanischem Ahorn, Kirschbäumen, Azaleen und
Magnolienbäumen. An einem rauschenden Wasserfall vorüber erreicht der
Pfad einen hoch gelegenen Punkt, wo in einer Miniatur-Berglandschaft ein
Sommerhäuschen steht. Dicht daneben ist ein einzelner Steinwürfel („Die
Quelle“), wo das Wasser des Park entspringt. Ein wenig davon läuft in
ein sorgfältig ausbalanciertes Stück Bambus („Shishidoschi“), das, wenn
es voll ist, an einen Stein darunter schlägt; der klopfende Laut
unterbricht in regelmäßigen Abständen den ansonsten hypnotischen Frieden
des Gartens.
Wenn man dieses irdische Paradies verlässt, dessen explizite Absicht es
ist, dass „die Menschen dieses Werk der Kunst in Stille betrachten und
versuchen sollen, ihren inneren Frieden zu finden“, lohnt es sich
unbedingt, die erstaunliche frühere Fabrik für Insektenvertilgungsmittel
in der Nußwaldgasse 14 zu besuchen, die im Stil einer persischen Moschee
erbaut wurde!
Wien besitzt noch drei andere japanische Gärten; einer neben dem
Schönbrunner Palmenhaus war 1966 so sehr mit Efeu überwuchert, dass ihn
erst eine in Wien lebende Japanerin (deren Vater zufällig Gärtner war)
wiederentdecken konnte! Die Wiederherstellung brachte einen so genannten
„trockenen“ japanischen Garten („Kare-sansui) ans Tageslicht, der 1913
vom österreichischen Gärtner Anton Hefka aus Steinen und Sand angelegt
worden war. Er enthält Steinformationen, die den Glückskranich und die
Schildkröte repräsentieren, und wurde 1999 wiedereröffnet.
Ein weiteres Beispiel eines japanischen Gartens in Wien ist der
Takasakipark in der Laaerbergstraße 21 im Kurpark Oberlaa im X. Bezirk,
Favoriten. Er wurde nach einem Entwurf von Professor IkedaTadashi
geschaffen und basiert auf einem temporären Garten, der 1974 von
Professor Kunsaku Nakame als Teil der Wiener Internationalen Gartenschau
angelegt wurde. Der neue Garten wurde 1992 von Japanern aus der Stadt
eröffnet, auf deren Anregung hin er entstanden war. Schließlich gibt es
noch am Donizettiweg 29 im XX. Bezirk Donaustadt den Asien-Garten der
Berufsschule für Gartenbau und Floristik. Der 2001 eröffnete Garten
dient der Lehre und soll Schüler wie Besucher in die Grundprinzipien der
ostasiatischen Gartenkultur einführen. |
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| auszugsweise aus |
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| Duncan J. D. Smith; Nur in Wien |
Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten,
geheimen Plätzen und versteckten Sehenswürdigkeiten
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
Fotografien von Duncan J. D. Smith
„Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen
anderer Städte mit Asphalt.“ Karl Kraus (1874-1936)
Wien ist sicherlich eine der großartigsten und zugleich
homogensten Hauptstädte in Europa. Und es ist eine der
faszinierendsten. Die Überfülle an Reiseführern, die es zu
kaufen gibt, präsentiert dem nicht allzu anspruchsvollen
Besucher eine märchenhafte (und leicht zugängliche) Fülle an
Museen, Kirchen, Palais und kulinarischen Lokalitäten, und sie
erzählen von der Geschichte der Stadt seit den Zeiten der Römer
über jene des Habsburgerreiches bis zur Gegenwart. |
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|
mit freundlicher Genehmigung |
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| Christian Brandstätter
Verlagsgesellschaft m.b.H. |
| Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen
und öffentliche Stellen |
| www.brandstaetter-verlag.at |
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