In der Mitteleuropäischen Zeitzone fällt die Sommersonnenwende
gegenwärtig stets auf den 21. Juni. Im 20. Jahrhundert konnte sie auch am 22. Juni
eintreten. Im 21. Jahrhundert wird sie manchmal am 20. Juni sein, weil die Schaltregel
(365,2425 Tage) die tatsächliche Jahreslänge (365,2422 Tage) nur näherungsweise
darstellen kann. Ohne die Gregorianische Kalenderreform würde sich ihr Datum pro
Jahrtausend um 78 Tage verschieben.
Die Sommersonnenwende ist in vielen Ländern, wie in Mitteleuropa und den USA, zugleich
der Beginn der Jahreszeit Sommer. In Großbritannien und Irland hingegen beginnt die
Jahreszeit Sommer am 1. Mai und endet am 31. Juli, die Sommersonnenwende liegt also etwa
in der Mitte der Jahreszeit. In vielen Ländern, in denen heute der kalendarische Sommer
am 20./21. Juni beginnt, wird der Tag der Sommersonnenwende dennoch als Mittsommer
bezeichnet, was möglicherweise auf einen alten gemeinsamen steinzeitlichen Kalender
zurückgeht.
Der Tag der Sommersonnenwende wird seit jeher von den Menschen als mystischer Tag
betrachtet, oft begleitet von weltlichen und religiösen Feierlichkeiten.
Die Sonnenwendfeste haben vor allem in den germanischen, nordischen, baltischen,
slawischen und keltischen Religionen einen festen Platz. In der keltischen Mystik heißt
der Tag der Sommersonnenwende Alban Heffyn.
Seit der Christianisierung Europas werden diese Feiern oft mit dem 24. Juni, dem Tag
Johannes des Täufers (Johannistag), verbunden, und einige der Sonnenwendbräuche, die
sich bis heute erhalten haben, wie die Johannisfeuer, sind nach ihm benannt.
Das typische Juni-Sommerwetter und die in mittleren Breiten der Nordhalbkugel noch
frühlingshafte Wachstumsstimmung in der Natur ist ideal für Freiluftveranstaltungen
aller Art. So ist die Sonnenwende wenn nicht der bewusste Grund, so doch ein willkommener
Anlass für zahlreiche Feste und Feiern in dieser Jahreszeit.
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Eine Sonnenwende oder Sonnwende (lat. Solstitium, Stillstand der Sonne)
stellt den Zeitpunkt dar, in dem die Sonne im Laufe eines Sonnenjahres die größte
nördliche oder südliche Deklination erreicht. In diesem Augenblick kehrt die Sonne ihre
durch die Schiefe der Ekliptik bewirkte Deklinationsbewegung um und nähert sich wieder
dem Himmelsäquator.
Diese maximale Deklination erreicht sie jedes Jahr zweimal: einmal nördlich und einmal
südlich des Himmelsäquators; je nach Hemisphäre (also Nord- oder Südhalbkugel der
Erde) spricht man dabei jeweils von der Sommer- oder Wintersonnenwende. Zu diesen Zeiten
hat sie auch ihre größte bzw. kleinste Mittagshöhe über dem Horizont.