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| Haus-, Hof- und Staatsarchiv |
| A 1010 Wien, Minoritenplatz 1 |
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+43-(0)1- 531 15 2512 |
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| Öffnungszeiten: |
Mo - Do: 9.00 bis 16.00 Uhr
Fr: 9.00 bis 13.00 Uhr |
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| Das Österreichische Staatsarchiv ist um die Erhaltung
wertvollsten Kulturguts bemüht und sichert durch die Aufbewahrung der
Unterlagen der zentralen Verwaltung deren Transparenz und
Nachvollziehbarkeit. Beide Funktionen sind unverzichtbare Elemente einer
demokratischen Gesellschaft und wir brauchen die Archive als
„unendliches Gedächtnis“ für den Vergleich zwischen Vergangenheit und
Gegenwart – ein Vergleich, der als Faktor der Gestaltung der Zukunft
ohne Wissen über Vergangenheit unmöglich ist. |
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Hon.-Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky
Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs |
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| Manfred Matzka |
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| Vieler Herren Häuser |
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| 20 Wiener Palais |
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| Christian Brandstätter Verlag |
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Manfred Matzka ist ein intimer Kenner
österreichischer Regierungspalais: Gut lesbar auch für den
kunsthistorischen Laien, macht er mit diesem Buch die stummen Zeugen der
Geschichte unseres Landes lebendig und Bürgerinnen und Bürgern
zugänglich, denen sie eigentlich gehören.
Die Republik Österreich hat aufgrund der großen historischen
Vergangenheit der Haupt- und Residenzstadt Wien eine große Zahl
architektonisch wertvoller Schlösser und Palais mit neuem Leben erfüllt,
in bestem Zustand erhalten und den staatlichen Institutionen als Sitz
zur Verfügung gestellt. Bisher gab es keine vollständige und
repräsentative Darstellung dieser Gebäude.
Dieser Bildband präsentiert 20 der schönsten Profanbauten Wiens mit
zahlreichen, zu einem großen Teil bisher noch nicht veröffentlichten
Fotografien. Jedem Objekt sind eine Darstellung der Baugeschichte und
der Geschichte der „Herren“ dieser Häuser sowie eine Beschreibung eines
Rundgangs durch die Räumlichkeiten gewidmet. Die Illustrationen geben
einen Einblick auch in Bereiche, die der Öffentlichkeit sonst nicht
zugänglich sind und damit einen Überblick über Architekturdenkmäler
Wiens von der Gotik und dem frühen Barock bis zum Ringstraßen- und
Jugendstil.
Neben den bekannten und prominenten Bauten wie etwa der Staatskanzlei am
Ballhausplatz, dem Winterpalais des Prinzen Eugen, den Palais Modena,
Starhemberg und Trautson, dem Parlament und der Hofburg finden sich hier
auch weniger bekannte Gebäude wie das Palais Porcia, das Schloss Laudon
und viele mehr. |
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| Der Autor |
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| Manfred Matzka, 1950 in Niederösterreich
geboren, Jurist, ist derzeit Präsidialchef des Bundeskanzleramtes in
Wien. Zahlreiche Publikationen, darunter juristische Fachbücher, ein
zeitgeschichtliches Buch über Sozialdemokratie und Verfassung und ein
höchst informativer Reiseführer über Istrien (Verlag Christian
Brandstätter, 2002). |
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| Österreichisches Staatsarchiv |
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| Haus-, Hof- und Staatsarchiv |
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| Die Geschichte |
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| Bild: Barockisierte Außenfassade zum
Minoritenplatz |
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Auch die meisten Wiener wissen es nicht: Der
rückwärtige, der Minoritenkirche zugewandte Gebäudeteil des
Bundeskanzleramtes wurde erst 1902 errichtet und beherbergt das Haus-,
Hof- und Staatsarchiv. Hier ist in einem vor kurzem sorgfältig
restaurierten gusseisernen Speichergerüst, das sich über elf Geschoße
erstreckt, das archivarische Erbe der habsburgischen Großmacht
aufbewahrt – Schriftgut und Dokumente, deren Bedeutung weit über die
Grenzen Österreichs, ja teilweise über die Grenzen Europas hinausreicht.
Im Zuge der Verwaltungsmodernisierung um die Mitte des 18. Jahrhunderts
wurde 1749 ein „Geheimes Hausarchiv“ beschlossen, das die wichtigsten
Rechtstitel des Hauses Habsburg, die bis dahin über Aufbewahrungsorte im
ganzen Reich verteilt waren, zusammenführen und systematisch erfassen
sollte. Den ersten Kern bildete das Archiv der Babenberger, das bis 1137
zurückging. Wichtige Bestände der frühen Habsburgerzeit wurden aus
Wiener Neustadt und Innsbruck geholt, wo Kaiser Maximilian I. bereits im
15. Jahrhundert den Versuch eines Zentralarchivs gestartet hatte.
Testamente, Erbverträge, Heiratskontrakte, Thronfolgeregelungen,
Friedensverträge, Ständeprivilegien und Landesstatute wurden von Theodor
Anton von Rosenthal zusammengetragen. Unter den 13.125 Urkunden befanden
sich ebenso bedeutsame wie allen österreichischen Schülern geläufige
Stücke wie das „Privilegium maius“, die „Goldene Bulle“ und der
„Westfälische Friede“. Nach der Gründungsphase verfiel die in der
Hofburg untergebrachte Institution zunächst wieder für mehrere
Jahrzehnte in einen Dornröschenschlummer, bis zu Beginn des 19.
Jahrhunderts durch förmliche Anordnung das Haus-, Hof- und Staatsarchiv
wieder als zentrale Registratur aller völkerrechtlichen Verträge und
aller Hausurkunden der Habsburger neuerlich festgeschrieben wurde. Durch
Integration von Archivbeständen aus Venedig bis Belgien, die im Zuge
politischer Veränderungen anfielen, wuchs der Umfang Mitte des 19.
Jahrhunderts auf mehr als 63.000 Urkunden an und die dadurch bedingte
Raumnot führte zu einer ganzen Reihe von Auslagerungen in teilweise kaum
geeignete Räumlichkeiten.
Der Ruf nach einem zweckmäßigen Neubau wurde laut und angesichts der
Bestände war es nahe liegend, diesen gleich als Zubau zum
Staatskanzleigebäude und Ministerium des Äußeren am Ballhausplatz zu
realisieren. Der Bau wurde 1902 fertig gestellt und 1904 von Kaiser
Franz Joseph feierlich als Archiv eröffnet.
Nach dem Zusammenbruch der Monarchie bestand die Institution als
Staatsarchiv weiter. Einiges an Beständen wurde den Nachfolgestaaten
abgetreten, neue Bestände kamen seitens des Außenamtes hinzu und diverse
Kunstgegenstände der Herrscherfamilie an das Archiv. Es wahrte in der
Ersten Republik vor allem durch wissenschaftliche Arbeiten seine
Bedeutung, überstand die Eingliederung in die Deutsche Reichsverwaltung
ebenso wie den Bombenhagel des Zweiten Weltkriegs und wurde in der
Zweiten Republik zu einem Teil des Österreichischen Staatsarchivs, das
zum Ressortbereich des Bundeskanzleramtes gehört. |
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| Das Haus |
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Bild links: Alt trifft neu –
Mittlere Archivtreppe mit moderner Liftanlage im Hintergrund
Bild rechts: X. Magazingeschoß |
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Als Ende des 19. Jahrhunderts der Anbau des Haus-,
Hof- und Staatsarchivs beschlossen wurde, mussten zunächst einige
kleinere Anbauten abgerissen werden, die das Hauptgebäude am
Ballhausplatz zur Minoritenkirche verlängerten und den Durchgang
zwischen Ballhausplatz und Minoritenplatz versperrten. Dann wurde ein
Neubau errichtet, der den damals modernsten Gestaltungstechniken für
Archivbauten – insbesondere hatte man beim Weimarer Staatsarchiv
Anleihen genommen – entsprach.
Der lang gestreckte Baukörper umfasst zwei grundverschiedene Teile: Zur
Kreisky-Gasse hin erschließt ein repräsentatives Stiegenhaus einen
Bürotrakt, dahinter nehmen den größeren Teil des Gebäudes bis zur
Metastasiogasse zwei riesige, vom zweiten Keller bis ins Dach reichende
Magazin-Kubaturen ein, die horizontal durch acht Gitterroste und zwei
Betonzwischendecken in elf niedrige Geschoße geteilt sind. Die
Außenfassade wurde soweit wie möglich den barocken Fassaden des
Ministerialgebäudes angepasst, nur die relativ bescheidene Eingangstüre
passt hier nicht so recht in die architektonische Harmonie.
Das Prunkstiegenhaus im Ringstraßenstil beginnt mit einem noblen
Marmorfoyer im Parterre, in dem den Besucher eine eher schmeichelhaft
schlanke Maria-Theresien-Statue begrüßt. Ein aufwändiges
schmiedeeisernes Treppengeländer, ebensolche Fensterumrahmungen und
Stuckaturen an Wand und Decke begleiten bis ins oberste Geschoß, das von
drei Bildern des Malers Carl Peyfuss dominiert wird: Auf dem
Deckenfresko tragen Putten wiederum das Bild der Gründerin, die rechte
Wand wird von einer allegorisch gestalteten Abbildung des Stiftungsaktes
(ganz rechts Staatskanzler Fürst Kaunitz) und die linke von einem recht
devoten Bild des Kaiserbesuchs im Jahre 1904 gefüllt. Letzteres ist
Gegenstand einer Reihe von Anekdoten: So tragen etwa die Hofbeamten
bereits die Orden, die ihnen der Kaiser aus Anlass der Eröffnung erst
überreichte und wurde der farbenprächtige Hofprälat – nachweislich wegen
Krankheit an der Teilnahme verhindert – aus ästhetischen Gründen
hinzugemalt.
In der Direktionsetage des ersten Stockwerks beeindruckt das vornehme
Direktionszimmer, vor allem aber der vom Bürotrakt direkt zugängliche
Ausstellungsbereich des Magazins. Hier sind die eisernen Seitenteile der
Regale und die Vitrinen besonders verziert und schwere schmiedeeiserne
Türen belegen, dass sich hier einst das Geheime Hausarchiv, der für das
Haus Habsburg wichtigste Dokumentenbestand, befand.
Dieser Bereich ist heute der Allgemeinheit im Zuge von
Sonderausstellungen ebenso zugänglich wie der Lesesaal im Hochparterre
und das modern gestaltete Dachfoyer, das an Stelle der ehemaligen
Restaurierwerkstätte ausgebaut und mit zeitgenössischen Kunstwerken
ausgestattet wurde. |
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| Manfred Matzka; Vieler Herren
Häuser |
| 20 Wiener Palais |
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| Christian Brandstätter
Verlagsgesellschaft m.b.H. |
| Das Verlagsservice für Museen,
Unternehmen und öffentliche Stellen |
| www.brandstaetter-verlag.at |
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| mehr zum Verlag |
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