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Geschichte der Wiener Straßenbahn
Zwischen den Jahren 1840 und 1842 wurde eine Pferde-Tramwaystrecke von der Augartenbrücke zu einem Vergnügungslokal in der Nähe des Augarten betrieben, welche aber wieder abgetragen wurde.

Erst die Beseitigung von Stadtmauer und Graben in den Jahren 1857 bis 1865 und die Anlage der Ringstraße brachte Wien die erste dem öffentlichen Verkehr dienende Pferdebahnlinie.
Die Eröffnungsfahrt der ersten Pferdetramway am 4. Oktober 1865.
© WTM - Wiener Tramwaymuseum - Archiv
Am 4. Oktober 1865 eröffnete die Firma Schaeck-Jaquet & Co ihre eingleisige normalspurige Probestrecke vom Schottentor über die Ottakringer Straße und Taubergasse nach Hernals Wattgasse, wo die Remise war.

Die Eröffnungsfahrt der ersten Pferdetramway am 4. Oktober 1865. Die im Bau befindliche Votivkirche ist auf diesem Bild zu sehen.
© WTM - Wiener Tramwaymuseum - Archiv

Die "Dampftramway Krauss & Comp.", eröffnete bereits 1883 die erste Dampftramwaylinie Hietzing -Perchtoldsdorf, welche bis 1887 nach Mödling und Ober St. Veit und stadteinwärts nach Gaudenzdorf verlängert wurde.

Nachdem bereits 1883 - als eine der ersten elektrischen Bahnen der Welt überhaupt - die elektrifizierte Straßenbahn Mödling - Hinterbrühl vor den Toren Wiens verkehrte, eröffnete die Wiener Tramway-Gesellschaft auf der Strecke Vorgartenstraße - Praterstern - Wallgasse (der heutigen Linie 5)
am 28. Jänner 1897 die erste Wiener "Elektrische", wie die Wiener
die neue Straßenbahn nannten.

Die Wiener Reichsbrücke 1898 mit elektrischen Triebwagen (mit Rollen-Stromabnehmer) der Kagraner Bahn.
© WTM - Wiener Tramwaymuseum - Archiv

Im Zuge der Errichtung der städtischen Elektrizitätswerke übernahm die Stadt Wien vertraglich am 1. Jänner 1902 alle Strecken der Bau- und Betriebsgesellschaft und gründete das neue Unternehmen "Gemeinde Wien - Städtische Straßenbahnen", dessen erster Direktor, der frühere Siemens-Halske-Prokurist Ing. Ludwig Spängler wurde.

1913 wurden auch Versuche mit drei Doppelstock-Straßenbahn-Triebwagen durchgeführt, welche sich aber nicht bewährten.
Die Stocktriebwagen:
Type F 454.
© WTM - Wiener Tramwaymuseum - Archiv
Type E als Nr. 2545 (später als 452)
© WTM - Wiener Tramwaymuseum - Archiv
Der Erste Weltkrieg brachte schwere Belastungen für die Wiener öffentlichen Verkehrsmittel. Durch Personalmangel kam es zu Verkehrseinschränkungen auf der Straßenbahn, Frauen wurden im Fahrdienst eingestellt und durch Mangel an Pferden mußten Pferdefuhrwerke mit Straßenbahntriebwagen gezogen, Gütertransporte durchgeführt und eine Anzahl von Beiwagen,
für Verwundetentransporte von den Bahnhöfen in die Wiener Spitäler, umgebaut werden.

In den zwanziger Jahren ging es vorerst nur langsam wieder aufwärts.

Die 1925 eröffnete "Wiener elektrische Stadtbahn" entwickelte sich rasch zu einem wichtigen Teil des Wiener Verkehrssystems.

Im Jahre 1929 erreichte der Wagenpark seinen Höchststand mit 1754 Trieb- und 2201 Beiwagen und die Streckenlänge war auf 288 km gestiegen. Die Beförderungsleistung stieg auf 650 Millionen Fahrgäste.

Im Jahre 1929 war auch die Verglasungsaktion der Triebwagenplattformen abgeschlossen, die alle Triebwagen bis zum Baujahr 1909 (ausgenommen die alten Typen A bis C1) betraf. Dabei entstand auch die charaktaristische vorspringende "Kobelverglasung", eine billige und effektvolle Umbauform bei den Wagentypen G und T.

Mit der Eingliederung Österreichs in das Deutsche Reich wurde
auch die Umstellung von Links- auf Rechtsfahren bei der
Wiener Straßenbahn unvermeidlich.

Der 2. Weltkrieg verlangte von der Wiener Straßenbahn, als einziges noch funktionierendes Verkehrsmittel, neue Höchstleistungen. 1943 wurden mit 3472 Personenfahrzeugen über 730 Millionen Fahrgäste befördert. Ein bisher ungebrochener Rekord !

Im April 1945 stand Wiens Straßenbahn still. Von 3635 Personenwagen waren fast 60 % zerstört oder unbrauchbar. 597 Wagen waren vollständig vernichtet, 1539 Fahrzeuge mehr oder weniger schwer beschädigt. Die Gleisanlagen waren auf einer Länge von 12 km total zerstört. Von rund 600 km Fahrleitung waren 270 km vernichtet, 1300 Maste zerstört oder beschädigt. Von den 19 Betriebsbahnhöfen waren 12 schwer angeschlagen, von acht Busgaragen blieben nur drei verschont, zwei wurden gänzlich vernichtet.

1951 wurden die ersten Wiener Neubautriebwagen österreichischer Konstruktion, zweiachsige Wagen mit pneumatischen Selbstschließtüren - die sogenannten "Zischer" - auf den Ringlinien eingesetzt. 1953 gab es den ersten vierachsigen Wiener Großraumzug für Einrichtungsverkehr und 1958 den ersten Wiener Gelenktriebwagen.
Der erste Wiener Gelenktriebwagen Type D Nr. 4301
bei seinem ersten Einsatz auf der Linie 71.
© WTM - Wiener Tramwaymuseum - Archiv
Heute wird das Bild der Wiener Straßenbahn durch den sechsachsigen Gelenktriebwagen Type "Emil" mit 300 kW, das sind 408 PS Leistung und den vierachsigen Großraumbeiwagen geprägt. Die Weiterentwicklung Type E2 besitzt Klimaanlage, Schwenktrittstufen zum leichteren Ein- und Aussteigen und Automatik für stoßfreies Anfahren und Bremsen.

Die letzte Entwicklung auf dem Straßenbahnsektor stellt die österreichische Niederflurtriebwagenserie "ULF" ( = Ultra Low Floor) dar. Die Fahrzeuge im Porsche-Design haben die Antriebsmotoren in den Seitenwänden und die übrigen Einrichtungen im Dachbereich untergebracht, was einen bisher unerreicht niederen Fußboden von 18 cm über der Straßenoberfläche ermöglicht. Damit ist sogar das Ein- und Ausfahren mit Kinderwagen oder Rollstühlen kein Problem mehr.
Salonwagenfahrten "Rund um Wien"
Wegen der immer größer werdenden Beliebtheit der Straßenbahn und um den Fremden die Sehenswürdigkeiten Wiens zeigen zu können, wurden in den Jahren 1907 bis 1914 Stadtrundfahrten mit besonders hiefür gebauten "Exkursions- und Ausflugswagen" auch "Salonwagen" genannt, durchgeführt. Das Interesse war so groß, dass man nicht weniger als sieben Triebwagen
und fünf gleich aussehende Beiwagen dieser Sondertype beschaffte
und zwei weitere Wagen für diese Fahrten adaptierte.
Der Erste Weltkrieg setzte diesen Fahrten ein jähes Ende.

Erst im Jahre 1973 wurden diese beliebten Tramway-Stadtrundfahrten
„Rund um Wien“ durch das privat geführte „Wiener Tramwaymuseum“
wieder aufgenommen.
WTM - Wiener Tramwaymuseum
Tramway-Sonderfahrten
Für Reisegruppen, Gesellschaften, Kongresse etc., führt das
„Wiener Tramwaymuseum“ nach individueller Vereinbarung
ganzjährig Sonderfahrten mit einigen seiner historischen Straßenbahnzügen durch. Aber auch bei Jubiläen, Hochzeiten, Firmungen, Promotionen, ... zu jeder Gelegenheit wird eine Fahrt mit einem historischen Wiener Straßenbahnzug für Sie und Ihre Gäste
ein unvergessliches Erlebnis sein.
auszugsweise aus:
WTM - Wiener Tramwaymuseum
Tramway-Sonderfahrten
Büro-Adresse:
Holochergasse 24
A 1150 Wien
+43-(0)1- 786 03 03
+43-(0)1- 982 41 24
info@tram.at
www.tram.at
Wiener Tramwaymuseum:
(Büro-Adresse)
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