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| Wien Südbahnhof |
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1873 wurde ein neuer "Süd-Bahnhof" an
der Stelle des Gloggnitzer Bahnhofs nach den Plänen von Wilhelm von
Flattich - rechtzeitig zur Wiener Weltausstellung - vollendet.
Damals tauchten die Ideen des Zentralbahnhofs auf, die auf die zentrale
Bedeutung innerhalb der Monarchie, nicht jedoch auf die Funktion
zurückzuführen waren. Der Ostbahnhof entstand nach den Plänen von A.
Schumann an der Stelle des früheren Raaber Bahnhofs in den Jahren
1867-70. 1910 wurde der Bahnhof "Wien-Centralbahnhof" in "Wien
Staatsbahnhof" und 1914 in "Wien Ostbahnhof" umbenannt. Im Zweiten
Weltkrieg wurden diese Bahnhöfe (Süd- und Ostbahnhof) weitgehend
zerstört. Der dritte Wiener Südbahnhof entstand 1955-61 nach den Plänen
von H. Hrdlicka, als Endpunkt der Ost und der Südbahn. Die
Funktionalität des Betrieblichen möchte perfekt sein, jedoch die
repräsentative Eleganz der Gründerzeit ist dabei verloren gegangen. Die
nächste Phase der Entwicklung des Südbahnhofs betrifft die Errichtung
des Bahnhofs Wien in den kommenden Jahren. Dieser sollte die Relationen
Berlin-Prag-Wien-Italien (Nord-Süd), Budapest-Wien-Italien (Ost-Süd) und
Deutschland/Schweiz-Wien-Budapest (West-Ost) betreuen. Als Siegerprojekt
wurde 1995 nach einem Expertenverfahren das Projekt Theo Hotz gekürt,
das in drei Bauetappen bis zum Jahr 2015 abgeschlossen werden soll.
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Oben: Die Vorhalle des Südbahnhofs 1873. Die
fünf Bogenfenster der Hauptfassade wiederholen sich in der Trennwand
zwischen Vorhalle und Bahnsteighalle hinter der trotz ihrer
Sachlichkeit prunkenden Treppe. Kassetierte Decke, Leuchter,
Tympanon mit Skulptur der Transportallegorien, aber auch Bahnhofsuhr
und Fahrplantafeln sind in einer einheitlichen Raumbildung
verschmolzen.
Oben rechts: Der zweite Südbahnhof aus dem Jahr 1873 von Wilhelm
Flattich und Franz Wilhelm.
Rechts: Der Südbahnhof (Blick vom Westen) während des Ersten
Weltkrieges. |
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SW
Bilder und Text auszugsweise aus
"Die Entwicklung der Eisenbahn in Wien"
Wiener Bahnhöfe von 1837 bis 2000 - Ein Überblick
Seminararbeit im Rahmen der Vorlesungsreihe
"Architektur und Umweltgestaltung"
Prof. Franco Fonatti - Wien 1996-2001 -
www.alexn.at |
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| Der Markuslöwe im Südbahnhof |
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| Als Venedig noch bei Österreich
war |
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| Bild: Geflügelter Löwe aus
Sandstein, untere Kassenhalle (Thomas Apolt) |
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| Im Jahre 1869 wurden die Bauarbeiten am Gebäude
des Südbahnhofs abgeschlossen. Das Ergebnis konnte sich sehen
lassen: Der Bahnhof war kein reiner Zweckbau geworden, sondern
ein prunkvolles Aushängeschild der Kaiserstadt, mit
weitläufigen, stuckverzierten Hallen, prachtvollen
Stiegenaufgängen und |
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großzügiger künstlerischer Ausgestaltung. Auf den
Dachkanten standen damals acht geflügelte Löwen aus Sandstein, geformt
nach dem venezianischen Vorbild. Der Architekt des Südbahnhofs, Wilhelm
Flattich, entwarf die Figuren, der Bildhauer Franz Melnitzky führte sie
aus. Die Anspielung war klar: Der Anspruch Österreichs auf Venedig
sollte gerade auf jenem Bahnhof, dessen Strecke nach Süden führte,
dokumentiert werden, auch wenn zu diesem Zeitpunkt die Lagunenstadt für
die Habsburger bereits verloren war.
Seit dem „Wiener Kongress“ war Venedig Teil des österreichischen „Lombardo-venetianischen
Königreiches“ gewesen. Der Einigungsprozess war im Zeitalter der
nationalistischen Bewegungen des 19. Jahrhunderts jedoch nicht mehr
aufzuhalten. Bereits 1848 war die unabhängige „Repubblica di San Marco“
unter Daniele Manin ausgerufen worden, Österreich konnte Venedig im Jahr
darauf noch einmal zurückerobern. Auch nach dem
„Sardinisch-französischen Krieg“ gegen Österreich, 1859, blieb Venedig
unter der Herrschaft der Habsburger. 1866 musste die Stadt jedoch
endgültig abgetreten werden, Südtirol und Istrien blieben damals noch
bei Österreich.
Im Zweiten Weltkrieg wurden der Süd- und der Ostbahnhof zerstört, ebenso
sechs der acht „Markuslöwen“. Der Neubau der nun zusammengelegten
Bahnhöfe war erst 1960 abgeschlossen. Als Reminiszenz an die Zeiten, da
sich Österreich noch bis an die Adria erstreckte, wurde in der unteren
Kassenhalle wieder einer der „Markuslöwen“ aufgestellt, postiert auf
einem Sockel und umgeben von einem schmiedeeisernen Gitter. Er
vermittelt einen Hauch mediterraner Atmosphäre und weist so auf eines
der attraktivsten Reiseziele der Südbahnstrecke hin: Venedig. Der zweite
der unzerstört gebliebenen Markuslöwen steht in der Nähe des ehemaligen
Kaiserbahnhofs in Laxenburg. |
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| auszugsweise aus |
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| Matthias Settele; Wiener Denkmäler |
Wiener Stadtgeschichten
vom Walzerkönig bis zur Spinnerin am Kreuz
Fotos von Thomas Apolt
Band 1011 -
Perlen-Reihe
Franz Deuticke Verlagsges.m.b.H. - Wien |
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mit freundlicher Genehmigung |
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