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| Synagogen in Wien |
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Innenansicht der Synagoge in der
Seitenstettengasse.
Farbige Zeichnung v. Ehrenhauß (?). Um 1830 |
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| Synagogen, jüdische Gotteshäuser, in Österreich erstmals Mitte des
13. Jahrhunderts (Krems, Wiener Neustadt, Wien) nachgewiesen, erhalten sind Synagogen aus
der Mitte des 14. Jahrhunderts in Bruck an der Leitha und Korneuburg. Die erste Wiener
Synagoge stand auf dem heutigen Judenplatz, die der zweiten Judenstadt im 2. Bezirk auf
dem heutigen Alexander-Poch-Platz (heute Pfarrkirche St. Leopold). Der 1824-26 erbaute so
genannte Stadttempel in der Seitenstettengasse ist bis heute in Verwendung. Synagogen
wurden mit Erlaubnis des Judenschutzherrn gebaut, ähnelten im Stil den christlichen
Bauwerken, befolgten aber die religionsgesetzlich vorgeschriebene Ostung und
Innengestaltung. Zumeist standen sie im Besitz der jüdischen Gemeinden. Nach
Vertreibungen wurden die Synagogen entweder zerstört (Wien 1421), zu Kirchen geweiht
(Wiener Neustadt 1497, Wien 1671) oder für öffentliche Zwecke verwendet (Bruck an der
Leitha 1496). Von den zirka 35 Synagogen der Zwischenkriegszeit (die über 100 Bethäuser
und "Stübln" nicht dazugerechnet), davon 25 in Wien, wurde etwa die Hälfte
beim Novemberpogrom zerstört, die meisten anderen wurden später abgerissen oder
zweckentfremdet (Hohenems: Freiwillige Feuerwehr). Heute besitzen die Kultusgemeinden in
Wien, Graz, Linz und Salzburg, das Österreichische Jüdische Museum und einige religiöse
Vereine wieder Synagogen bzw. Betsäle. |
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Text auszugsweise aus |
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| Synagogen vor 1938 |
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Synagoge Turnergasse
1150 Wien
Turnergasse 22
Erbaut 1871/72.
Putzbau/Renaissance.
Architekt Karl König. |
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Synagoge Hubergasse
1160 Wien
Hubergasse 8
Erbaut 1885/86.
Architekt Ludwig Tischler. |
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Sefardim Synagoge
1020 Wien
Zirkusgasse 22
Besteht seit 1737
Erbaut 1885-1887
Maurischer Stil.
Architekt Hugo von Wiedenfeld |
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"Beth Israel"
(polnisch-jüdischer Ritus),
1020 Wien
Leopoldsgasse 29
Erbaut 1893.
Maurischer Stil.
Architekt Wilhelm Stiaßny. |
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Jubiläums Tempel
1050 Wien
Siebenbrunnengasse
Außenaufnahme der Hauptfassade |
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Lepoldstädter Tempel
1020 Wien
Tempelgasse 5
Erbaut 1853-1858.
Ziegelrohbau/maurisch
Architekt Ludwig v. Förster.
Vom Leopoldstädter Tempel ist noch ein kleiner Teil erhalten. |
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Synagoge Seitenstettengasse
1010 Wien
Seitenstettengasse 4
Erbaut 1825/26.
Architekt Josef Kornhäusel. |
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Synagoge Schopenhauerstraße
1180 Wien
Schopenhauerstraße 39
Erbaut 1888/89.
Basilikaartige Anlage.
Architekt Jakob Modern. |
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Synagoge Holzmeistergasse
1210 Wien
Holzmeistergasse 12
Verband der türkischen Israeliten
Erbaut 1876/77.
Architekt M. Scheffner. |
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| Israelitische Kultusgemeinde Wien |
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Galizische Juden in der Leopoldstadt
um 1919 |
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Auch in der Zeit nach 1848 war es noch nicht
zu der formellen Errichtung einer Kultusgemeinde gekommen;
doch in einer Ansprache vom 3. April 1849 gebrauchte der
junge Kaiser Franz Joseph die Worte: "Israelitische
Gemeinde von Wien". Erst 1852 trat ein provisorisches
Gemeindegesetz in Kraft, sodass man dieses Jahr als das
Gründungsjahr der Wiener Kultusgemeinde ansehen kann. |
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Am 12. Dezember 1825 erfolgt die Grundsteinlegung
des Wiener Stadttempels durch Mannheimer, und am 9. April 1826 wurde
die Synagoge in der Seitenstettengasse 4 von ihm eingeweiht. Die Synagoge
wurde nach den Plänen von Josef Kornhäusel errichtet und den
damaligen Bauvorschriften folgend in ein Wohnhaus integriert - ein
Umstand, der die Zerstörung im November 1938 verhinderte. Damit gelang
es den Wiener Juden erstmals seit der Vertreibung von 1670, wieder
ein geistiges und religiöses Zentrum zu errichten, das Synagoge, Schule
und rituelles Bad vereinigte. 1826 wird auch Salomon Sulzer an den
neuen Wiener Stadttempel berufen, wo er 56 Jahre lang das Amt des
Oberkantors innehat. Parallel zu Mannheimers gemäßigter Reform des
Ritus gab Sulzer auch dem synagogalen Gesang eine neue, an die Zeit
angepasste Form, ohne den jüdischen Charakter der synagogalen Tonkunst
preiszugeben. Mannheimer und Sulzer gelten somit als Begründer einer
Gebetstradition, die als "Wiener Nussach" in die Welt hinausging.
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| Als Ausbruch des "spontanen Volkszorns gegen die
Juden" von den Nationalsozialisten inszeniert, werden in der
Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 alle Wiener Synagogen und Bethäuser
vernichtet - einzig der Stadttempel wurde nicht vollständig zerstört,
da er sich in einem Wohnhaus befindet. Ein großer Teil der jüdischen
Geschäfte wird geplündert und dann geschlossen, über 6.000 Juden werden
in dieser Nacht verhaftet und zum Großteil in den folgenden Tagen
ins Konzentrationslager Dachau verschleppt. |
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Sichtbare Lebenszeichen der kleinen, aber sehr vitalen jüdischen
Gemeinde Wiens sind neben dem Wiener Stadttempel, der 1963 nach jahrelangen
Renovierungsarbeiten wieder eröffnet werden konnte, das 1972 errichtete "Sanatorium
Maimonides-Zentrum" in der Bauernfeldgasse, die im September 1984 wiedereröffnete
"Zwi-Perez-Chajes-Schule", die 1986 von der Ronald S. Lauder-Stiftung
geförderte "Beth-Chabad-Schule" sowie weitere Schul- und Bildungseinrichtungen,
die vor allem im letzten Jahrzehnt errichtet wurden.
Seit rund zwei Jahren gibt es in der Tempelgasse, wo bis 1938 der Leopoldstädter Tempel
gestanden ist, ein neues jüdisches Zentrum, in dem unter anderem auch das psycho-soziale
Betreuungszentrum von ESRA untergebracht ist. Und 500 Jahre nach der ersten Gründung,
rund 60 Jahre nach der Vernichtung gibt es auch wieder eine Sefardische Gemeinde in Wien,
die sich im Mai 1992 im 2. Bezirk mit einer Synagoge, und Veranstaltungsräumen etabliert
hat. |
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Auszugsweise aus
Israelitische Kultusgemeinde Wien
A-1010 Wien, Seitenstettengasse 4 |
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Jüdisches Museum der Stadt Wien
A-1010 Wien
Dorotheergasse 11
Telefon: ++43 / (0)1 / 535 04 31
Telefax: ++43 / (0)1 / 535 04 24
www.jmw.at
Öffnungszeiten: So bis Fr von 10 bis 18 Uhr, Do von 10 bis 20 Uhr
Schließtage: alle Samstage sowie Rosch ha-Schana und Jom Kippur
Museum Judenplatz
A-1010 Wien
Judenplatz 8
Außenstelle des Jüdischen Museums
Informationen siehe Jüdisches Museum
Öffnungszeiten: So bis Do von 10 bis 18 Uhr, Fr 10 bis 14 Uhr
Schließtage:
alle Samstage sowie Rosch ha Schana und Jom Kippur, an den übrigen jüdischen Feiertagen
ist freier Eintritt und am Vorabend schließt das Museum um 14 Uhr. |
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