Veterinärmedizinische Universität Wien, ursprünglich die älteste
Veterinärschule im deutschsprachigen Raum, 1765 auf Anregung Gerard van Swietens von
Maria Theresia gegründet, 1767 als "Pferde-Curen- und Operationsschule"
eröffnet und ab 1777 als Tierspital (ab 1795 "Militair-Thierarzneyschule")
geführt. 1808 in Tierarzneiinstitut umbenannt, 1812-50 an die Medizinische Fakultät der
Wiener Universität angegliedert. 1823 wurde der Neubau in Wien 3 bezogen, 1850-1920 als
Militär-Tierarzneiinstitut wieder dem Kriegsministerium unterstellt. 1897-1905 führte
sie den Namen "K. u. k. Militär-Tierarzneiinstitut und Tierärztliche
Hochschule", die Ausbildung zum Tierarzt war Personen mit unterschiedlicher
Vorbildung (zum Beispiel Kurschmiede und Zivilhörer mit Reifeprüfung) möglich. Erst
1905 nach Gründung einer Militär-Veterinärakademie in Wien (ebenfalls mit Reifeprüfung
als Eintrittsvoraussetzung) konnte die Tierärztliche Hochschule eine eigene Entwicklung
nehmen (1908 Promotionsrecht, 1909 Recht der freien Rektorswahl durch das
Professorenkollegium), 1920 wurde sie unter die Verwaltung des Unterrichtsministeriums
gestellt und 1975 zur Universität (mit 25 Instituten) erhoben. 1957 erhielt sie die
landwirtschaftliche Domäne Merkenstein (Niederösterreich) als Lehr- und Forschungsgut.
1995/96 erfolgte die Übersiedlung in den nach Plänen von Sepp Stein errichteten Neubau
in Wien 21.
Literatur: 200 Jahre Tierärztliche Hochschule in
Wien, Festschrift, 1968.