VOGELGRIPPE / H5N1
Die wichtigsten aktuellen Informationen
(Stand 03.03.2006)
© Lothar Kucharz - FOTOLIA
Die am häufigsten gestellten Fragen und Antworten
Besteht Gefahr für den Menschen?
Nach dem derzeitigen Stand der Dinge können sich Menschen nur sehr schwer mit der Vogelgrippe infizieren. Dazu ist ein sehr enger und intensiver und unhygienischer Kontakt mit erkranktem Geflügel notwendig.
So wurden in Asien nur cirka120 Ansteckungen dokumentiert obwohl in den betroffenen Regionen mehrere Millionen Menschen in engstem Kontakt mit Geflügel leben. Seit 1997 wurden in Asien Übertragungen von Influenzaviren(Typs H5N1) auf den Menschen mit anschließenden Todesfällen nachgewiesen und in den Niederlanden starb 2003 ein Veterinär nach Ausbruch der Geflügelpest.
Wie erfolgt die Ansteckung?
Derzeit sind die wichtigsten Infektionsquellen, erkranktes oder an der Vogelgrippe verendetes Geflügel (Wassergeflügel z.B. Schwäne, Enten, Gänse aber auch Hausgeflügel). Erkrankte Tiere scheiden große Mengen an Virus mit ihrem Kot aber auch anderen Sekreten( Schleim, Flüssigkeiten aus Schnabel und Augen) aus. Die Ansteckung erfolgt also durch die Aufnahme von virushaltigem Material entweder durch einatmen oder durch aufpicken. Da es gestern auch zu einem ersten Todesfall einer an Vogelgrippe erkrankten Katze im europäischen Raum gekommen ist, ist eine Ansteckung durch infizierte Haustiere auch nicht mehr auszuschließen.
Dürfen Kinder noch in Parks spielen?
Es gibt nach dem Stand der Dinge für Kinder und Erwachsenen noch keine erhöhte Gefahr einer Ansteckung.

Grundsätzlich sollten aber die Empfehlungen der Behörden eingehalten und stark mit Vogelkot verunreinigte Stellen, dicht am Ufer von Flüssen, Seen oder Teichen, und der direkte Kontakt zu Wildvögeln vermieden werden.

Kommt es trotzdem zum Kontakt, ist gut Hände waschen Pflicht!!
Wie Verhalte ich mich wenn ich einen
verendeten Wasservogel finde?
Greifen sie den Vogel nicht an!
Melden Sie den Fund unverzüglich bei der zuständigen
Bezirksverwaltungsbehörde bzw. dem zuständigen Amtstierarzt.
Geben Sie bitte den genauen Fundort an.
Beachten Sie bitte, dass ausschließlich totes Wassergeflügel
(z.B. Enten, Gänse, Schwäne) anzeigepflichtig ist.
Sollte es kein toter Wasservogel sein müssen Sie den Fund nicht melden. Sollten sie den Vogel selbst entsorgen, dann greifen sie den Vogel nicht mit bloßen Händen an. Stecken sie den toten Vogel mit Einweghandschuhen in einen Plastiksack, verschließen diesen fest und werfen ihn in eine Mülltonne.
Waschen Sie sich danach sehr gut mit Seife die Hände!!
Besteht eine Gefahr für Haustiere und
können sie den Halter anstecken?
Prinzipiell kann sich jedes Säugetier – eine entsprechende Virendosis vorausgesetzt – mit dem Vogelgrippeerreger H5N1 infizieren. Wenn es diesen in sich trägt, so kann das Virus vor allem über Speichel und Kot übertragen werden. Ob es zu einer Infektion kommt oder nicht, hängt generell vom gesundheitlichen Zustand des Tieres oder des Menschen und seinen Abwehrkräften ab.

Ist es gefährlich, von einer Katze gekratzt oder gebissen zu werden?
Wird ein Mensch gekratzt so ist es, abgesehen von den Kratzern selbst ungefährlich. Die Übertragung auf diesem Wege wird so gut wie ausgeschlossen. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist größer, wenn die Katze zubeißt. Aber auch da sollte es ausreichen wenn man die Wunden ausreichend reinigt und desinfiziert.
Absolute Sicherheit gibt es aber auch in diesem Fall nicht!

Ist es gefährlich mit Katzenkot oder Katzenstreu in Kontakt zu kommen?
Alle befragten Experten empfehlen natürlich absolute Hygiene, aber nicht nur wegen der Vogelgrippe sondern auch generell wegen der durch den Kot übertragbaren Krankheitserreger.
Daher beim säubern der Katzentoilette entweder Einweghandschuhe tragen oder gut Hände waschen.
Wie erkennt man ein krankes Tier?
Die Symptome ähneln einem normalen Katzenschnupfen. Auffallend sind, hohes Fieber gleich zu Beginn der Infektion und charakteristisch istauch die gleichzeitig auftretende Bindehautentzündung.

Bei einer hochgradigen Infektion mit dem Vogelgrippevirus H5N1 vergehen oft nur 2 Tage von der Aufnahme des Virus bis zum Tod des Tieres.

Unabdingbare Konsequenz: Sofort zum Tierarzt wenn verdächtige Symptome auftreten.
Aktuelle Gesetzesbestimmungen
Gemäß der Geflügelpest-Risikogebietsverordnung (BGBl. II Nr. 77/2006) sind Gebiete mit besonderen Risikofaktoren das ganze Bundesgebiet der Republik Österreich, d.h. in ganz Österreich besteht Stallpflicht für Hausgeflügel, eine Trennung der Enten und Gänse von anderem Geflügel hat derart zu erfolgen, dass ein direkter und indirekter Kontakt ausgeschlossen ist ( BGBL.II Nr. 75/2006).
Gemäß der Verordnung der Bundesministerin für Gesundheit und Frauen über die Festlegung von Schutzmaßnahmen wegen Verdachtsfällen von Geflügelpest bei Wildvögeln in Österreich (BGBl. II Nr. 76/2006) sind die Bezirke 21 und 22 der Stadtgemeinde Wien „Schutzzonen“. Für diese gelten die Bestimmungen des §1(2) der genannten Verordnung.
Die Bezirke 1-20 und 23 sind „Überwachungszonen“ für diese sind die Bestimmungen des §2(2) anzuwenden.
Kann man Geflügel und Geflügelprodukte
gefahrlos essen?
Grundsätzlich sind die Nutzgeflügel-Bestände frei vom Virus, Geflügelfleisch also sicher. Das Risiko einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus über die Nahrung wird grundsätzlich als sehr gering eingeschätzt. Influenzaviren sind hitzeempfindlich und gekochte oder ausreichend (über 70 Grad Celsius) erhitzte Lebensmittel können als frei von infektiösen Viren angesehen werden. Einfrieren inaktiviert das Virus nicht.
Wie soll in Österreich das Hausgeflügel
geschützt werden?
Für Bund und Länder hat es höchste Priorität eine Einschleppung des Virus in die Nutzgeflügel-Bestände zu verhindern. Sollte die Vogelgrippe in Gebieten mit vielen Geflügelställen ausbrechen, würden womöglich Millionen von Tieren vorsorglich getötet. Auch die wirtschaftlichen Schäden für Tierhalter wären immens.
In einer ersten Verordnung des Gesundheits-
ministeriums wurden folgende Punkte festgelegt:
Haltung aller als Haustiere gehaltenen Vögel in Stallungen
Trennung von Enten und Gänsen von anderem Geflügel Reinigung und Desinfektion mit besonderer Sorgfalt
Verbot der Abhaltung von Tierausstellungen, Tierschauen, Tiermärkten etc. Das Auffinden toter Wasservögel ist der Bezirksverwaltungsbehörde zu melden
Die Jagd auf Wildvögel ist verboten Das Inverkehrbringen von lebendem Geflügel und Geflügelprodukten ist nur mit Genehmigung der Behörde und unter behördlicher Kontrolle möglich
Innerhalb der ersten 15 Tage nach In-Kraft-Treten der Verordnung darf Geflügel aus der Überwachungszone nicht herausgebracht werden, außer zur unmittelbaren Schlachtung in einen behördlich bestimmten Schlachthof; Bruteier dürfen aus der Überwachungszone nicht
verbracht werden, außer in eine von der Bezirksverwaltung bestimmte Brüterei (wobei die Eier und die Verpackung zu desinfizieren sind)
Nachdem in Österreich fortschrittlicherweise zuerst nur eine regional begrenzte Stallpflicht in einigen Risikogebieten verhängt wurde, gilt seit 2 Wochen eine allgemeine Stallpflicht für ganz Österreich
Reisen in Risikoländer,
bspw. einige asiatische Länder oder die Osttürkei.
Das Außenministerium rät derzeit nicht von einer Reise in die betroffenen Länder (Ägypten, Aserbeidschan, Bulgarien, China, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Indonesien, Irak, Iran, Italien, Japan, Kambodscha, Kasachstan, Kroatien, Laos, Malaysia, Mongolei, Nigeria, Nordkorea, Nordzypern, Pakistan, Rumänien, Russische Föderation, Slowenien, Südkorea, Thailand, Türkei, Ukraine, Ungarn und Vietnam) ab.
Allerdings sind folgende Sicherheitstipps in den
betroffenen Regionen zu beachten:
Der Kontakt mit lebendem und totem Geflügel (ebenso Eiern und Federn) wäre strikt zu vermeiden. Auf den Besuch von Märkten (auf denen Geflügel oder Eier gehandelt werden) sowie von Tierfarmen in den betroffenen Ländern wäre zu verzichten.
Das Virus tritt besonders stark in den Exkrementen von Vögeln auf. Meiden Sie daher auch mit Vogelkot verschmutzte Plätze.
Auf den Genuss von rohem bzw. nicht ausreichend (über 70C) gekochtem Geflügel wäre zu verzichten. Geflügelfleisch und Eier, die ausreichend gekocht bzw. gegart/gebraten wurden, stellen gemäß den bisherigen Erkenntnissen kein Risiko dar.
Geflügel bzw. Geflügelprodukte aus den betroffenen Ländern dürfen keinesfalls in andere Staaten mitgenommen werden.
Weiterführende Links:
HO http://www.who.int/
CDC Centers for Disease Control and Prevention http://www.cdc.gov/flu/avian/
Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Hauptseite
Bundesministerium für Gesundheit und Frauen http://www.bmgf.gv.at/cms/site/
Veterinäramt der Stadt Wien (MA 60) http://www.wien.gv.at/veterinaer/  
AGES http://www.ages.at
WVA http://www.worldvet.org/
FVE http://www.fve.org/index.html  
Robert Koch Institut http://www.rki.de/  
Empfohlene Vorsichtsmaßnahmen bei Heimtiere!
Das ECDC, das europäische Zentrum für Seuchenbekämpfung,
empfiehlt als reine
Vorsichtsmaßnahmen:
Hauskatzen, die innerhalb einer 10-Kilometer-Zone (Überwachungszone) um den Fundort infizierter Wildvögel leben, nicht ins Freie zu lassen. Außerhalb dieser Zone sollte der Auslauf von Katzen weiter möglich sein.
Besonders ist aber in der Nähe von Teichen oder anderen Gewässern aufzupassen da es zu keinem Kontakt mit Wassergeflügel oder anderem Wildgeflügel kommen sollte.
Bei Singvögeln ist es bis jetzt noch zu keinem Fall von Vogelgrippe gekommen
Streunende und halbwild lebende Katzen sollten umgekehrt nicht ins Haus gelassen werden.
Bei Anzeichen von schweren Erkältungen bei Katzen, die in genannten Gebieten frei herumgelaufen sind, sollte sicherheitshalber ein Tierarzt aufgesucht werden.
Bei Hunden gilt in diesen Schutz- und Überwachungszonen Leinen oder Beißkorbpflicht.
Es wird besorgten Tierhaltern angeraten, diese Empfehlungen des ECDC während der Dauer der Schutzmaßnahmen zu befolgen.
Hinweis auf Rückfragemöglichkeit
AGES – Österreich Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH

Unternehmenskommunikation:
DI Oskar Wawschinek
Spargelfelderstraße 191,A-1226 Wien
Tel: 050 555-25000
E-Mail: oskar.wawschinek@ages.at
www.ages.at

Fachlich:
Univ.-Prof. Dr. Josef Köfer
Tel: 050 555-35700
E-Mail: josef.koefer@ages.at
 
zusammengefasst von:
Tierambulanz am Saarplatz
Mag. Sigrid Resch
Saarplatz 1
1190 Wien

Tel: 01/3205544
Fax: 01/9081379
Mobil:0650 9256242
E-Mail: tierambulanz.am.saarplatz@gmx.at

 
Literaturhinweise:

Prof. Werner Lange, E-Mail: home.office@t-online.de

FLI, Friedrich –Loeffler-Institut: Antworten auf Fragen zur hochpathogenen Aviären Influenza bei der Katze, 24.02.2006

WHO, Avian influenza update 28 /2006

Tierärztekammer Wien, INFO zum Thema Vogelgrippe vom 22.02.2006

MA 60-Magistratsabteilung 60-Veterinäramt, Verordnungen und Merkblätter vom 22.02.2006

Bundesgesetzblatt für die Republik Österreich, 76 Verordnung: Festlegung von Schutzmaßnahmen wegen
Verdachtsfällen von Geflügelpest bei Wildvögeln in Österreich , 20. Februar 2006-03-08

BMGF, Bundesministerium für Gesundheit und Frauen, Presseinformation zur Geflügelpest 24.02.2006

Vier Pfoten Österreich, Projektleitung Lisa Faderny, lisa.faderny@vier-pfoten.at: Artikel zur Vogelgrippe

AGES, Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH, www.ages.at
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