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| Favoritner Wasserturm |
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Bild: Der prachtvolle Favoritener
Wasserturm
© Verlag Christian Brandstätter
Duncan J. D. Smith |
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X. Bezirk (Favoriten), Wasserturm, Windtenstraße 3 abseits
der Triester Straße; Straßenbahnlinie 65 von der U-Bahn-Station
Karlsplatz (U1/U2/U4). Der Wasserturm ist von der Straße aus zu
sehen; das Innere kann bei gelegentlichen Ausstellungen und bei
Führungen besichtigt werden:
Voranmeldung unter 01/599 599-4131. |
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| Ein prunkvoller Wasserturm |
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Im 19. Jahrhundert erlebte Wien die Industrielle
Revolution, die Zähmung der Donau, die Demolierung der alten Stadtmauern
und eine Verdoppelung seiner Bevölkerungszahl. 1890 gab es etwa 1,4
Millionen Einwohner; um diese Massen mit Wasser zu versorgen, errichtete
man damals die Pumpstation Favoriten. Das von Franz Borkowitz 1889
entworfene Gebäude war Teil eines Projekts, alpines Quellwasser aus dem
Rax- und Schneeberggebiet 75 Kilometer südwestlich der Stadt nach Wien
zu leiten. Daher rührt auch der Name der nahen Raxstraße. 1900 gab es
bereits 1,7 Millionen Einwohner, und diese Zahl stieg noch auf den –
seitdem nicht mehr erreichten – Höhepunkt von zwei Millionen im Jahre
1910. Man musste also weitere effektive Wasserversorgungseinrichtungen
in der Stadt schaffen (darunter eine neue Wasserleitung, die aus der
Steiermark hierher führte). Das bedeutete, dass der nicht mehr
ausreichende Komplex in Favoriten außer Betrieb gestellt wurde.
Von den sieben ursprünglichen Gebäuden, aus denen die Pumpstation einst
bestand, steht nur noch der Turm – doch was für ein Turm! Er ragt 67
Meter hoch in die Luft und ist kilometerweit zu sehen, auch deswegen,
weil er auf einer erhöhten Stelle erbaut wurde, damit die Schwerkraft
dem Wasserdruck nachhelfen konnte. Der aus roten Ziegeln erbaute Turm
wirkt wie ein Teil einer militärischen Befestigung und ist tatsächlich
bei kriegerischen Auseinandersetzungen als Kulturerbe durch die Haager
Konvention geschützt, wie eine Tafel verkündet. Wie in Wien oft der
Fall: ein prunkvolles Gebäude für einen profanen Anlass. Die gelben und
roten Backsteinwände haben steinerne Kragsteine und verbleite
Beleuchtungskörper eingebaut, alles überragt von einem Dach mit
vielfarbigen Schindeln und einem Zwiebeldach, das einer Kirchenkuppel
ähnelt. Über den gigantischen Holztoren sind die Worte „Wasserwerk der
Stadt Wien“ in goldenen Buchstaben eingraviert.
Der Turm ist heute perfekt restauriert; im Innenraum mit seiner
spiralförmig nach oben führenden Metallrampe werden gelegentlich
Ausstellungen gezeigt. Besonders beachtenswert ist die originale
Pumpausrüstung, die noch im ursprünglichen Zustand zu sehen ist.
Im Zusammenhang mit der Wiener Wasserversorgung ist auch ein 1836
erbauter hübscher alter Wasserturm aus der Zeit Kaiser Ferdinands I.
(1835-1848) im XVIII. Bezirk (Währing) bemerkenswert. Er sollte aus dem
Donaukanal gepumptes Wasser aufnehmen und mit Hilfe der Schwerkraft in
die ständig wachsenden Vorstädte verteilen. Wie seinen Nachfolger in
Favoriten platzierte man ihn bewusst auf einer Anhöhe, und zwar im
Anton-Baumann-Park an der Klettenhofergasse.
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| auszugsweise aus |
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| Duncan J. D. Smith; Nur in Wien |
Ein Reiseführer zu sonderbaren Orten,
geheimen Plätzen und versteckten Sehenswürdigkeiten
Aus dem Englischen von Brigitte Hilzensauer
Fotografien von Duncan J. D. Smith
„Die Straßen Wiens sind mit Kultur gepflastert, die Straßen
anderer Städte mit Asphalt.“ Karl Kraus (1874-1936)
Wien ist sicherlich eine der großartigsten und zugleich
homogensten Hauptstädte in Europa. Und es ist eine der
faszinierendsten. Die Überfülle an Reiseführern, die es zu
kaufen gibt, präsentiert dem nicht allzu anspruchsvollen
Besucher eine märchenhafte (und leicht zugängliche) Fülle an
Museen, Kirchen, Palais und kulinarischen Lokalitäten, und sie
erzählen von der Geschichte der Stadt seit den Zeiten der Römer
über jene des Habsburgerreiches bis zur Gegenwart. |
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mit freundlicher Genehmigung |
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| Christian Brandstätter
Verlagsgesellschaft m.b.H. |
| Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen
und öffentliche Stellen |
| www.brandstaetter-verlag.at |
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