| Weihnachten |
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Das Weihnachtsfest ist in den Weihnachtsfestkreis des
kirchlichen (und weltlichen) Brauchtums, welcher mit dem ersten Advent
(dem Beginn des Kirchenjahres) beginnt und bis zum 2. Februar (Maria
Lichtmeß) dauert, eingebunden. Das Fest selbst erstreckt sich heute auf
drei Tage, vom 24.12. bis 26.12. Der eigentliche Tag der Geburt Christi
am 25.12. wurde jedoch erst im 4. Jahrhundert festgelegt. An Weihnachten feiern Christen die Geburt des Jesus von Nazareth. Die
heutigen Weihnachtsbräuche sind größtenteils erst im 19. Jahrhundert entstanden, als
Weihnachten als Fest nicht nur der heiligen sondern faktisch auch der bürgerlichen
Familie zunehmend an Bedeutung gewann. Durch das postmoderne, übersteigerte
Konsumverhalten gewann Weihnachten in der öffentlichen Wahrnehmung weiter an Gewicht
wodurch die akademisch theologische Einstufung von Ostern als bedeutungsvollstem Fest der
Christenheit in der Öffentlichkeit weitgehend verloren gegangen ist. Historisch wurzelt
das Weihnachtsfest in der keltischen und germanischen Feier der Wintersonnenwende. Die
Umdeutung und Integration dieses Festes in den neuen Glauben (und damit Germanisierung des
Christentums) war ein strategisches Element der ersten mitteleuropäischen Missionare zur
Christianisierung von Germanen und Kelten.
Das Wort Weihnachten leitet sich ab von der mittelhochdeutschen Wendung (ze den) wîhen
nahten ("(in den) heiligen Nächten"), also von einem Dativ Plural, und ist
erstmals aus den Jahren um 1170 literarisch belegt. Der Spruchdichter Spervogel sagte,
dass Christus ze wihen naht geborn wart.
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Nikolo und Weihnachten in Alt
Wien
(1780) |
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| Karoline Pichler |
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| Illustration: Ludwig Richter, 1803 - 1884 |
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Der 5. Dezember und mit Ihm der Vorabend des
Nikolaustages war gekommen. Jetzt ertönte ein lautes Geklingel vor der
Tür, diese öffnete sich rasch, ein heller Lichtschein strömte ins
Zimmer; und nun trat der Bischof mit der hohen Mütze und dem langen
weißen Bart, auch sonst wohl vermummt mit weißer Perücke und
Baumwollbart, den goldenen Stab in der Hand, mit feierlichem Anstand
herein.
Hinter ihm kam der Krampus (Knecht Ruprecht) im schwarzen Pelzrock, mit
Hörnern auf dem Kopfe und eine mächtigen Rute, in den Händen einen Sack
voll Nüsse. Der heilige Mann prüfte die Kinder aus dem, was sie damals
in der Schule lernten, und teilte dann Geschenke aus. Er drohte wohl
auch mit der Rute, die der Schwarze zum Schrecken der Kinder schwang;
endlich aber hieß er den Krampus, seinen Sack auszuleeren. Dies geschah
dann mit großem Gepolter, zur Freude der Kinder, die auf die
herauskollernden Nüsse losstürzten und ihnen in alle Winkel nachkrochen.
Diesem Abend folgte nun bald der Weihnachtsabend. Damals war er kein
Fest der Kinder mit duftenden Tannenbäumchen und schimmernden Lichtern,
sondern ein Tag der Vorbereitung auf den hohen Festtag, an dem man
Enthaltsamkeit und Genuss, Andacht und Vergnügen sinnig zu vereinigen
wusste.
Streng beobachtete man das Fasten. Es versteht sich, dass in den
Häusern, wo man etwas darauf hielt, nicht nur kein Fleisch auf den Tisch
kam, sondern dass man auch bloß eine Mahlzeit zu sich nahm, und zwar
gegen Abend. Nach dieser gesellten sich gewöhnlich die Freunde des
Hauses zur Familie und beginnen ein so genanntes "Sabbathindl".
Man veranstaltete Gesellschaftsspiele darunter das wohlbekannte
"Sesseln". Dann, gegen Mitternacht, begab man sich in die Mette, das
heißt in das Hochamt, das um diese Stunde in den Kirchen zum Andenken
der Geburt des Heilands gehalten wird, und kehrte hierauf nach Hause
zurück. Nichts hielt jetzt mehr davon ab, in Gesellschaft heiterer
Tischgenossen ein recht reichliches Mahl zu verzehren. Der Weihnachtstag
war ja angebrochen, somit der Genuss der Fleischspeisen erlaubt. |
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| Bilder und Texte auszugsweise aus |
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| Deutsche Weihnachten |
Eine Auslese von Gedichten, Erzählungen und
Spielen
Hrsg.: Österr. Volksbildungsamt
Wien 1922 |
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| Weihnacht am Golan |
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25. Dezember 2004 - Weihnachten ist überall auf
dieser Welt eine besinnliche und sensible Zeit. Ganz besonders gilt dies für Blauhelme im
Ausland. Das Fest der Geburt Christi lässt auch den stärksten und scheinbar
abgebrühtesten Soldaten nicht ganz gleichgültig. Einige tausend Kilometer von der Heimat
Österreich und der Slowakei entfernt, haben wir Soldaten vom AUSBATT Weihnachten auf eine
außergewöhnliche Art und Weise gefeiert.
Am 24. Dezember durften Frau Mag. Susanne Baus von der evangelischen Kirche, die einige
Tage hier in Syrien verbringt, und ich die 3. Kompanie besuchen, die aus slowakischen
Soldaten besteht. Wir fuhren von Position zu Position, überbrachten die Weihnachtsgrüße
und den Weihnachtssegen, standen um den Christbaum und beteten ein "Vater unser"
auf englisch und slowakisch. Dabei konnte ich feststellen, dass die Soldaten gerührt und
in Gedanken an ihre Lieben zuhause verhaftet waren. Eine Stimmung des Miteinanders und der
Zusammengehörigkeit wurde spür- und erfahrbar. |
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Am Nachmittag wurden zwei Zelte vor der Kirche
aufgestellt, in denen nach der Christmette Punsch und Glühwein ausgeschenkt werden
sollte. Währenddessen haben einige Soldaten und die Tochter des Bataillonsarztes, die
zurzeit mit ihrem 3-jährigen Sohn hier auf Urlaub weilte, den Christbaum in der
Campkirche prachtvoll geschmückt.
Leider hat es am Nachmittag zu regnen und stürmen begonnen. Dies tat aber der guten
Stimmung keinen Abbruch. Der Speisesaal wurde vom Küchenpersonal liebevoll gestaltet und
das Weihnachtsmahl war wie immer eine besondere Gaumenfreude. Um 22:00 Uhr wurden alle
Soldaten und Soldatinnen zur Christmette eingeladen. Kurz vor Beginn des
Festgottesdienstes ertönten die Glocken der Campkirche hinaus in die Weiten der syrischen
Nacht und kündeten die Geburtsfeier Christi, nur wenige Kilometer vom eigentlichen
Geburtsort Bethlehem, an.
Die Campband und das Bläserensemble spielten Waisen aus der Heimat. Eine besondere
Stimmung des Miteinanders und der Verbundenheit wurde spürbar. Ein slowakischer Captain
verlas das Weihnachtsevangelium in seiner Muttersprache. Auch Soldaten aus Japan und Polen
nahmen an der Feier teil. Wir alle waren in Gedanken und im Gebet mit unseren Lieben in
der fernen Heimat eng verbunden. Das auf der ganzen Welt bekannte und in alle Sprachen
übersetzte Lied von den Salzburgern Mohr und Gruber "Stille Nacht, heilige
Nacht" bildeten den würdigen Abschluss der Christmette.
Aufgrund der schlechten Witterung wurde der gemütliche Ausklang vom Antreteplatz vor der
Kirche in die Freizeiteinrichtungen des Camp Faouar verlegt. Am Christtag, den 25.
Dezember, durfte ich die Eucharistie mit der 1. und der 2. Kompanie Feiern. Mir selbst
wird diese heilige Weihnacht, der besonderen Art, in der Fremde unter Kameraden und
Freunden, sicher noch lange in bester Erinnerung bleiben.
Padre Christian Thomas Raché |
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aus |
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| Österreichs Bundesheer |
| Informationssystem des Bundesministeriums für Landesverteidigung |
| www.bundesheer.at |
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