Weißer Sonntag (lat. Dominica in albis, auch Klein-Ostertag
genannt) ist der traditionelle Name des Sonntags nach Ostern in der katholischen Kirche.
Bild: Erstkommunion im Flachgau / Salzburg
Der ursprüngliche Sinn des Namens ist nicht ganz sicher, hängt aber
wahrscheinlich mit den weißen Taufgewändern zusammen, die in der frühen Kirche von den
in der Osternacht Getauften noch bis zu diesem Tag getragen wurden. An die Neugetauften
wendet sich auch die traditionelle Epistellesung dieses Tages (1.Petr. 2,2-10; von der
katholischen Liturgiereform verschoben). Ihr lateinischer Beginn Quasi modo geniti
(wie die neugeborenen Kinder) hat dem Sonntag seinen heute noch in der
evangelischen Kirche gebräuchlichen Namen gegeben. Jahrhundertelang und in vielen
Gegenden bis heute wird am Weißen Sonntag die Erstkommunion der Kinder festlich begangen.
Am 30. April 2000 legte Papst Johannes Paul II. für die Katholische Kirche fest, dass an
diesem Tag der Barmherzigkeitssonntag gefeiert werden soll. Er erfüllte damit einen
Wunsch der polnischen Ordensfrau Maria Faustyna Kowalska (1905 - 1938), welche er an
diesem Tage heiliggesprochen hatte. Mit dem Weißen Sonntag endet die Osteroktav, jene
acht Tage vom Ostersonntag an, die liturgisch alle als Hochfest (mit Gloria in der Messe
und Te Deum im Stundengebet) begangen werden.
Am Sonntag nach Ostern gehen Kinder im Grundschulalter zur Ersten
heiligen Kommunion, sie empfangen das Abendmahl. Die Mädchen sind oft wie kleine Bräute
gekleidet, die Jungen in einem neuen Anzug. Trotz der weißen Kleider der Mädchen stammt
die Bezeichnung des Sonntags jedoch nicht von diesem, seit dem 16. Jahrhundert
aufgekommenen Termin für die Erstkommunion, sondern weil in der frühen Kirche die an
Ostern Getauften ihr weißes Gewand acht Tage später abgelegt haben. Da am Sonntag nach
Ostern das Evangelium vom zweifelnden Thomas vorgelesen wird, heißt dieser Tag auch
Sonntag der Zweifler.