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Photo Simonis
Prominente und Werbung
1960er und 70er |
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| Curd Jürgens am Opernball,
vermutlich 1965. |
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Fotografien von Prominenten haben als Spiegel
der Persönlichkeit und Medium der Identifikation stets
begehrliches Interesse der Öffentlichkeit geweckt. Die
Porträtfotografie entspricht dabei gleichermaßen zwei
fundamentalen Antrieben: dem der Porträtierten, die sich
entsprechend ihrer Bekanntheit in möglichst
öffentlichkeitswirksamen Bildern wieder finden wollen, und jenem
der BetrachterInnen, deren unstillbarer Durst nach Fotos der
jeweils aktuellen Prominenz Befriedigung verlangt.
In den wirtschaftlich prosperierenden 1960er und 70er Jahren –
der Blütezeit in der fast neunzigjährigen Firmengeschichte des
Hauses Simonis – bot das Porträt zudem die Möglichkeit, sich
selbst und der Öffentlichkeit zu zeigen, was man erreicht hatte.
Das Unternehmen Photo Simonis zählte in dieser Zeit als
professionelles und weithin bekanntes Porträtstudio zu den
ersten Adressen Wiens. 1917 von Julius Simonis gegründet, wurde
es von dessen Sohn Heinz erfolgreich weitergeführt und bestand
bis zum Jahre 2005. Heinz Simonis gründete 1936 sein erstes
Studio und eröffnete 1949 das Atelier in der Währinger Straße
12, in dem sich in den folgenden Jahrzehnten zahlreiche
politische und kulturelle Prominente, kirchliche Würdenträger
ebenso wie Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Wissenschaft
ablichten ließen. |
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Photo Simonis, Leuchtreklame,
Währinger Straße 12 |
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Photo Simonis, Atelier,
Währinger Straße 12 |
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| Fotos aus dem Hause Simonis waren fast allgegenwärtig – in
Schulen und Ämtern, als Pressebilder oder in diversen
Werbeschaufenstern, die das Atelier Simonis an mehreren
Standorten in Wien unterhielt. So repräsentiert das Fotohaus
Simonis nicht nur ein nahezu lückenloses Kompendium
österreichischer Prominenz der letzten Jahrzehnte, sondern es
schreib auch ein bedeutendes Kapitel in der Kulturgeschichte der
Porträtfotografie des 20. Jahrhunderts in Österreich. |
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| Die Werbung – Jouissance,
der Übergenuss |
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| Die Kunst der Fotografie und die Kunst,
Geschäfte zu machen, griffen bei Photo Simonis eng ineinander.
Sehr geschickt konnte Heinz Simonis seine sozialen und
geschäftlichen Beziehungen zu seinen Kunden für eine intensive
Phase der Werbe- und Produktfotografie in den 1960er Jahren
nutzen. Die Werbeindustrie hatte die Prominenz als Werbeträger
für ihre Produkte entdeckt und das fotografische Bild ersetzte
zusehends die grafische Darstellung auf Plakaten.
Schauspielerinnen und Schauspieler warben für modische
Accessoires (Brillen, Hutmode etc.) oder für einen luxuriöseren
Lebensstil (Fernsehen, Autos etc.). |
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| Werbefotografie und das
erste Farbstudio Österreichs |
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Mitte der 1950er Jahre war das Unternehmen
bereits so erfolgreich, dass in den Ateliers, Labors,
Retuschierräumen, Geschäfts- und Empfangsräumen 67 Mitarbeiter
beschäftigt waren. Wie schon im alten Geschäft in der Nußdorfer
Straße wurden auch in der Währinger Straße der Handel mit
Fotoartikeln und die Amateurausarbeitung weiterbetrieben. Es war
die Zeit des Wirtschaftswunders und Heinz Simonis hatte mit der
Einrichtung des Farblabors und eines Studios für Werbeaufnahmen
die Zeichen der Zeit richtig gedeutet. Die Farbfotografie
erlaubte ihm, im Porträtbereich innovativ erfolgreich zu bleiben
und mit Farbe das Geschäftsfeld auf die Werbefotografie
auszuweiten.
Obwohl sich in Österreich die Fotografie in der Werbung nur sehr
langsam durchsetzte, konnte Simonis hier beträchtliche Aufträge
rekrutieren. Unternehmen setzten gerne auf die Werbewirkung
bekannter Persönlichkeiten, wie O.W. Fischer oder Maxi Böhm vom
Kabarett Simpl, die für die damals renommierte Hutmarke „Hut
Schick“ posierten. Letzterer mache auch für Bier Reklame. Auf
diese Weise fanden so manche Schauspieler früh den Weg zu
Simonis und blieben dort Stammkunden. |
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Uwe Schögl, Herausgeber |
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Uwe Schögl ist Kurator für
Fotografie und Vize-Direktor im
Bildarchiv der Österreichischen
Nationalbibliothek, Vize-Präsident
der Europäischen Gesellschaft für
die Geschichte der Photographie (ESHPh)
und Co-Editor der Zeitschrift
Photo-Researcher. Zahlreiche
Ausstellungskuratierungen und Autor
zur Österreichischen Fotogeschichte
Im Blickpunkt(2002), Lucca
Chmel-Architekturfotografie
1945–1970 (2004), Ferdinand
Schmutzer. Das fotografische Werk
1894-1928 (2008) u.a. Seit 2006
Lehrtätigkeit an der
Donau-Universität Krems/Department
für Bildwissenschaften. |
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Ulla Fischer-Westhauser, Autorin |
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Ulla Fischer-Westhauser wurde 1955
in Wien geboren; Studium der
Anglistik und Geschichte in Wien;
wissenschaftliche Mitarbeiterin bei
»Westlicht. Schauplatz für
Fotografie«; Ausstellungsprojekte
und Publikationen zur Wirtschafts-
und Fotografiegeschichte. Zuletzt:
»Geschenke für das Kaiserhaus.
Huldigungen an Kaiser Franz Joseph
und Kaiserin Elisabeth«. |
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| auszugsweise aus |
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Photo Simonis
Prominente und Werbung 1960er und 70er |
Uwe Schögl, Ulla Fischer-Westhauser
Fotografien von Prominenten haben als Spiegel der
Persönlichkeit und Medium der Identifikation stets
begehrliches Interesse der Öffentlichkeit geweckt. Das
Unternehmen Photo Simonis zählte in dieser Zeit als
professionelles und weithin bekanntes Porträtstudio zu
den ersten Adressen Wiens. Fotos aus dem Hause Simonis
waren fast allgegenwärtig – in Schulen und Ämtern, als
Pressebilder oder in diversen Werbeschaufenstern.
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| Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H. |
| Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen |
| www.brandstaetter-verlag.at |
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Brandstätter Verlag |
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