Wienerwald, NÖ./Wien, bewaldeter nordöstl. Ausläufer
der Alpen bei Wien, Naherholungsgebiet für Wien. Der nördl. Teil gehört zur Flyschzone
("Sandstein-W.", höchster Gipfel Schöpfl, 893 m), der südl. Teil zu den
Kalkvoralpen (Peilstein, 716 m). Begrenzt wird der W. im W von der Großen Tulln und
der Traisen, im N von Tullnerfeld, Donau und Wiener Pforte, im O vom Wiener Becken und im S von Triesting-
und Gölsental.
Er gibt den westl. und östl. vor ihm liegenden Gebieten die Namen
"Viertel ober dem W." (= nö. Mostviertel) und "Viertel unter dem W."
(= Industrieviertel). Höchste Erhebungen im W. sind der schon genannte Schöpfl
(893 m) sowie Gföhlberg (885 m) und Hoher Lindkogel (834 m); bestimmt wird
der W. im wesentl. vom atlantisch geprägten Übergangsklima. Der nordöstl. Teil des W.
erstreckt sich über die westl. Wr. Gemeindebezirke ( Wald- und Wiesengürtel). Im N
(Flysch-W.) weist der W. zu 77 % Laubwaldbestand (v. a. Buche, Eiche und
Hainbuche), im SO (Kalk-W.) zu etwa 46 % Nadelwaldbestand (Fichte, Schwarzkiefer,
Tanne und Lärche) auf; an den O-Hängen des W. wächst Wein. Im W. liegen u. a. die
Naturschutzgebiete Lainzer Tiergarten und Naturpark Sparbach. Neben den bereits genannten
sind Wien und Schwechat ( Helenental) wichtige Flüsse im W. Lange Zeit war der W.
Bannwald und landesfürstl. Jagdrevier; in den Jahren 1870-72 rettete J. Schöffel
den W. vor der Abholzung.
Heute ist der W. zwar Landschaftsschutzgebiet, aber dennoch durch
Zersiedelung und Schadstoffbelastung gefährdet. Durch den W. führen W-Bahn, W-Autobahn
(A 1) und das über Alland führende Verbindungsstück zw. W- und S-Autobahn
(A 21). Wichtige Orte am und im W. sind u. a. Klosterneuburg, Purkersdorf,
Pressbaum, Bad Vöslau, Baden, Gumpoldskirchen, Mödling, Brunn a. Gebirge und
Perchtoldsdorf.
Text auszugsweise aus
aeiou - das kulturinformationssystem des bm:bwk
14.000 Stichwörter und 2000 Abbildungen aus Geschichte, Geographie,
Politik und Wirtschaft Österreichs
Im Spätwinter, wenn Mensch und Natur ein
heftiges Verlangen nach dem Frühling haben, gibt es ein sehnsüchtiges
Warten auf das erste zarte Grün. Bevor aber die Hauptbaumart der
Wienerwaldes-die Rotbuche-die letzten braunen Blätter abwirft, stellen
sich am Boden die ersten Frühlingsboten ein, nämlich die
Schneeglöckchen. Nicht nur-wie ja zu erwarten ist- sind March- und
Donauauen übersät mit den zarten Glöckchen, nein, auch manche
Gipfelwiese des Wienerwaldes, wie zum Beispiel des Schöpfls, ist es.
Dann geht es aber Schlag auf Schlag: Die Buchenblätter drängen ans Licht
und verleihen dem Wald einen jugendlichen Zauber; Leberblümchen,
Veilchen und als Krönung die zierlichen Akeleien erblühen. Vögel und
Waldtiere preisen diese Zeit und gehen geschäftig ihrem Liebeswerben
nach. Die Vogelkirsche legt ihr schönstes Blütenkleid an und entzückt
das Auge des Wanderers. Die längeren Tage und kürzeren Nächte bringen
unmerklich einen stetigen Temperaturanstieg- Das ist die Zeit, wo die
Menschen ihre kirchlichen und weltlichen Feste ins Freie verlegen. Viele
Feste sind fast nur zur Freude der Einheimischen bestimmt und werden von
jung und alt gemäß der Tradition gefeiert.
Das satte Grün der Wiesen und Wälder zeigt den Sommer
an. Viele Menschen, vor allem aus der Hauptstadt Wien, suchen und finden
Erleichterung von der Sommerhitze im kühlen Wald oder in den Bädern des
nach Osten ausklingenden Wienerwaldes. Sommer: Man liegt am Rande einer
duftenden Wiese, beobachtet am blauen Himmel die ziehenden weißen
Schäfchenwolken, man träumt und wird aus der Stille durch einen
Fasanenschrei gerissen. Ende August, Anfang September verabschiedet sich
der Hochsommer, und der Herbst schickt seinen ersten Sendboten ins Land.
Aber noch gilt es, die Obsternte einzubringen und zur Weinlese zu laden.
Dann zieht der Herbst sein farbenprächtiges Kleid an: Die Buchen färben
ihre Blätter gelb, orange, rot und braun. Die Lärchen wollen nicht
nachstehen und verwandeln kurzfristig die Farbe ihrer Nadeln von Grün in
alle warmen Farbschattierungen bis hin zum Rot, bevor die meisten Bäume
und Sträucher kahl werden. Dies ist auch das Zeichen, dass der Winter
seine Vorboten schickt. Und nicht selten trägt der Wienerwald schon vor
Weihnachten sein weißes Kleid, wenn es in Wien noch trist ist.
In den höheren Lagen des Wienerwaldes tanzen schon
die Schneeflocken und hüllen die Landschaft in ihre weiße Pracht. Die
Menschen rücken in den Häusern zusammen und feiern Weihnacht und
Neujahr. Die Kinder tollen im Schnee, rodeln und kommen arg durchfroren,
aber glücklich nach Hause. Zeigt sich dann die Sonne, wird die
Zauberpracht besonders beeindruckend-Schnee-und Eiskristalle glitzern um
die Wette. Dann beginnt due Zeit des Wartens, bis die Bäche endlich
wieder eisfrei und die Wege ohne Schnee sind; und es wächst die
Sehnsucht der Menschen, das Wunder des ewigen Kreislaufes der
Jahreszeiten im Wienerwald immer wieder zu erleben.
auszugsweise aus
Gerhard Wasshuber; Die Wienerwaldklöster
Viele Menschen betrachten den Wienerwald in
erster Linie als die „grüne Lunge“ der Stadt, die – wie kaum
eine andere europäische Großstadt – ihren Bewohnern
Lebensqualität und Erholungsraum bietet. In diesem Bildband
werden nun erstmals Entstehung und Geschichte dieser drei
Klöster gemeinsam präsentiert. Dem Autor Gerhard Wasserhuber
gelingt es, einen profunden Einblick in das klösterliche Leben
im Wienerwald zu vermitteln und die Schönheit der Umgebung im
jahreszeitlichen Wechsel festzuhalten. Entstanden ist ein
ruhiges, meditatives und zugleich höchst informatives Buch über
ein wichtiges Kulturerbe in Niederösterreich, das insbesondere
mit der Einweihung des Klosters Klein-Mariazell durch Kardinal
Christoph Schönborn im September 2005 wieder verstärkt Beachtung
findet.
mit freundlicher Genehmigung
Christian Brandstätter Verlagsgesellschaft m.b.H.
Das Verlagsservice für Museen, Unternehmen und öffentliche Stellen
Die Höhenstraße (14 Kilometer lang) liegt im Nordwesten
von Wien und gehört zum Wiener Gemeindegebiet.
1905 wurde unter dem Wiener Bürgermeister Dr. Karl Lueger die Schaffung eines Wald und
Wiesengürtels in den nordwestlichen Stadtbezirken Wiens beschloßen.
Um jedoch dem steigenden privaten Autoverkehr entgegenzukkommen plante man damals die
Errichtung deiner Verbindungsstraße zwischen Wien und Niederösterreich.
1932 wurde ein "freiwilliger Arbeitsdienst" ins Leben gerufen, der in der damals
politisch und wirtschaftlich schwierigen Zeit, mit dem Bau der Wiener Höhenstraße
begonnen hat. Zwischen 1934 und 1937 wurde diese Straße teilweise entlang der alten
Zahnradbahntrasse über den Cobenzl - Kahlenberg bis auf den Leopoldsberg fertiggestellt.
1938 wurde noch die Verbindung nach Neuwaldegg geschaffen.
Diese Straße ist eine wahre Panormastraße, weil sie bietet an vielen Punkten eine
wunderschöne Aussicht über Wien.
Typisch für die Höhenstraße ist der Kopfsteinpflasterbelag und die vielen engen
Haarnadelkurven, die den Besucher auf die schönsten Aussichtsberge Wiens geleiten. In
unmittelbarer Umgebung befinden sich die vielen Heurigengegenden Grinzing - Sievering -
Neustift u.v.a.
Ruine Arnstein:
Die Burg wurde 1529 von den Türken zerstört, und liegt auf einem nördlichen Ausläufer
des Peilsteins. (siehe auch Arnsteinhöhle am Fuße des Burgfelsens).
Ruine Rauhenstein:
Im Helenental geliegene Ruine.
Ruine Rauheneck:
im Helenental von Baden kommend links gelegen.
Burg Kreuzenstein:
Erreichbar über den Bisamberg. Museum mittelalterlicher Kultur.
Dianatempel:
künstliche Ruine im Naturpark Sparbach.
Schloß Wilhelminenberg:
Auf dem von Fürst Gallitzin 1785 erbauten Schloß errichtet.
Burg Greifenstein:
Über den Aufstieg nach Hadersfeld erreichbar, teilweise als Museum eingerichtet.
Schloß Laudon:
das einstige Wasserschloß Hadersdorf, wurde von General Freiherr Gideon Laudon 1775
umgebaut.
Ruine Johannstein:
von den Türken 1638 zerstörte Burg, im Naturpark Sparbach.
Schloß Mon Perou - Schloß Kalksburg:
1795 erbaut, Jesuitengymnasium mit Konvikt seit 1855.
Burgruine Kammerstein:
liegt am Verbindungsweg vom Liesingtal zum Parapluiberg.
Ruine Araburg:
über Kaumberg erreichbar.
Ruine Kellerhütte:
befindet sich im Naturpark Sparbach auf em höchsten Punkt.
Ruine Liechtenstein:
im 12 Jhdt. erbaut, von Mödling aus erreichbar. Heute Austragungsort sommerlicher
Festspiele.
Kartause Mauerbach:
Niederösterreichs ältestes Kartäuserkloster. 1313 von Friedrich der Schöne gestiftet.
Burgruine Merkenstein:
am Südhang des hohen Lindkogels, nordöstlich von Pottenstein gelegen: neugotisches
Schloß.
Burg Neulengbach:
Im Mittelalter von den Herren von Lengbach erbaut.
Schloß Ochsenburg:
erreichbar über St. Pölten, St. Georgen
Kirchenruine am Pankraziberg:
im südlichen Wienerwald gelegen
Höhlen und Grotten im Wienerwald
Allander Tropfsteinhöhle:
in der Nähe von Alland gelegen, an der Nordseite des Buchberges, elektrisch beleuchtet,
Führungen.
Antonsgrotte:
im Helenental, am Fuße des Badner Lindkogels gelegen.
Arnsteinhöhle:
in der Nähe von Raisenmarkt, unmittelbar neben der Burg Arnstein.
Dreidärrischehöhle
liegt auf 541m, am Weg zum Anninger von Gumpoldkirchen aus.
Einödhöhle:
in der Nähe von Pfaffstätten, am Fuße des Pfaffstättner Kogels.
Geoleshöhle:
am Höllenstein gelegen.
Lourdesgrotte:
bei Bisamberg, am Fuße des Bisamberges.
Maria-Lourdes-Grotte:
liegt auf 268m, in der Nähe von Wördern und Gugging, Wahlfahrtsstätte.
Seegrotte Hinterbrühl:
in der Vorderbrühl bei Mödling.
Diese Grotte beherbergt den größten unterirdischen See Europas. Ursprunglich wurde hier
1840 Gipsvorkommen entdeckt und bis ins 19. Jahrhundert dieser Rohstoff abgebaut. Durch
eine Sprengung im Jahre 1912 drang jedoch Wasser in die Stollen ein und beendete so die
wirtschaftliche Nutzbarkeit.
1932 wurde jedoch die Wiedereröffnung als Schaubergwerk, nachdem die Grotte vom
Likörfabrikant Friedrich Fischer erworben wurde, gefeiert.
Während des zweiten Weltkrieges wurde die Seegrotte von den damaligen Machthabern
trockengelegt und das Stollensystem zur Konstruktion von der Henkel He 162, dem ersten
Düsenjäger der Welt, verwendet.
1948 wurde die Seegrotte von Eduard Gwozd gepachtet und wieder den Touristen zugänglich
gemacht. Seitdem kann man die Grotte besichtigen, und auf dem 6200 qm großen
unterirdischen See eine Motorbootrundfahrt machen.
Aussichtswarten im Wienerwald
Franz-Eduard-Matras-Warte:
erreichbar: Schöpfl (893m), Laaben, Klausen Leopoldsdorf
17 m hohe Warte, Rundblick über den Wienerwald, errichtet 1898
Habsburgwarte:
erreichbar: Herrmannskogel (542m), Wien/Kahlenberg
27 m hohe Warte, errichet 1888, Rundblick über Wien und den Wienerwald
Hubertuswarte:
erreichbar: Kaltbründlberg im Lainzer Tiergarten (508m), Wien
steinerne Aussichtswarte mit 122 Stufen, errichtet 1939, Rundblick über den Lainzer
Tiergarten
Josefswarte:
erreichbar: Hinterer Föhrenberg (582m), Rodaun, Sulz
11 m hohe Warte, errichtet 1891
Jubiläumswarte:
erreichbar: Eschenkogel 643m (Anninger), Baden, Mödling
25 m hohe Eisenwarte, errichtet 1898 anläßlich dem 50-jährigen Regierungsjubiläums von
Kaiser Franz Josef 1.
Jubiläumswarte:
erreichbar: nahe Satzberg (Ottakring) 449 m, Wien
1. Warte 1899 erbaut, Neuerrichtung 1956, 183 Stufen, 31,11 m hoch
Jubiläumswarte:
erreichbar: Harzberg (466m), Bad Vöslau
22 m hoch
Julienturm:
erreichbar: Höllensteinberg (645 m), Hinterbrühl, Weißenbach
errichtet 1880
Leopold Figl Warte:
erreichbar: Tulbinger Kogel (494 m), Mauerbach, Gablitz
schraubenförmige Betonwarte mit 89 Stufen, schöner Rundblick über den Wienerwald und
das Tullnerfeld