Sozialer Wohnbau
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Bis zum Ende des 19. Jh. war die Wohnsituation der Unterschichten von privaten Mietshäusern bestimmt. Zur Linderung der damit verbundenen Wohnungsnot wurden um die Jahrhundertwende erste Stiftungen errichtet. Aber erst nach dem Zusammenbruch der ö.-ungar. Monarchie entwickelte sich aus Selbsthilfeorganisationen die von der Gem. Wien geförderte "Siedlerbewegung" (Siedlung am Heuberg 1921-24, Werkbundsiedlung 1930-32). Diese wurde bald von der stark polit. akzentuierten Errichtung von Großwohnanlagen ("Superblocks") übertroffen, durch die bis 1934 rd. 65.000 neue Wohnungen geschaffen wurden. Ermöglicht wurde dieses Programm durch die soz.-dem. regierte Gem. Wien (Mietenschutzgesetz 1922, neue Wohnbausteuer 1923, Ankauf von großen zusammenhängenden Grundstücken am Stadtrand). Charakteristisch für die riesigen Wohnhöfe sind die expressive Gestik in der Architektur und gemeinschaftl. Sozialeinrichtungen, wie Waschküchen, Kindergärten, Bibliotheken (George-Washington-Hof 1927-30, Karl-Marx-Hof 1926-30) u. ä. Mit der aus Ziegelschuttbeton errichteten Per-Albin-Hansson-Siedlung-West (1947) nahm die Gem. Wien ihre Wohnbautätigkeit nach dem 2. Weltkrieg wieder auf. Begründet durch die Baugrundknappheit ging man bald zu hohen Wohnblöcken vorwiegend in Zeilenanordnung über. Eine über die reine Funktionalität hinausgehende Ausgestaltung stand zunächst gegenüber dem Ziel der Schaffung von möglichst viel Wohnraum im Hintergrund. 1951-70 wurden ca. 96.000 Wohneinheiten geschaffen, zuerst in konventioneller, später in Fertigteilbauweise (Großfeldsiedlung ab 1965)
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