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| Wunderteam |
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| Wunderteam ist eine Bezeichnung für die
österreichische Fußballnationalmannschaft der Jahre 1931 bis
1933, die in 14 Spielen in Folge ungeschlagen blieb und vor
allem mit hohen Siegen über europäische Spitzenmannschaften für
Aufsehen sorgte. Der Name taucht erstmals in den Schlagzeilen
der deutschen Presse 1931 auf, die über die 0:6-Niederlage der
deutschen Nationalmannschaft in Berlin gegen Österreich
berichtete. |
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Das Wunderteam
Ölgemälde, Paul Meissner 1948
© Wien Museum |
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| Spiel gegen Schottland |
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| Als Geburtsstunde des Wunderteams wird das
Spiel gegen Schottland bezeichnet. Das Land Schottland galt
gemeinsam mit England als das Mutterland des Fußballs und war
auf dem europäischen Festland noch ungeschlagen. Bereits die
Tatsache, dass Österreich gegen Schottland spielen durfte, wurde
als Ehre betrachtet, zumal insbesondere der schottische Fußball
in Österreich sehr viele Anhänger hatte. Man übernahm das
schottische 2-3-5-System für die eigene Mannschaft und
versuchte, auch die schottische Spielweise mit kurzen flachen
Pässen zu praktizieren. Die österreichische Nationalmannschaft
wurde vor dem Spiel komplett umbesetzt und spielte teilweise mit
Debütanten. Das erste Spiel der neu gebildeten
Nationalmannschaft gewannen die Österreicher vollkommen
überraschend mit 5:0 gegen die favorisierten Schotten auf der
Hohen Warte vor 60.000 Zuschauern. Dies war der Beginn des
erfolgreichsten Siegeszuges in der Geschichte der
österreichischen Nationalmannschaft. |
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| Vorgeschichte |
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| Über die Entstehung des Wunderteams mit seiner
Aufstellung, die noch heute die meisten fußballinteressierten
Österreicher kennen, gibt es zahlreiche Geschichten. Der
Verbandskapitän Hugo Meisl stand unter dem Druck der Fans,
Journalisten und Sportfachleute, die eine Umbesetzung der
Nationalmannschaft, insbesondere den Einsatz von Matthias
Sindelar, vehement forderten. Matthias Sindelar flog am 7.
Jänner 1929 nach einer 0:5-Niederlage in einem
Freundschaftsspiel gegen eine Süddeutsche Auswahl aus der
Mannschaft. Das österreichische Team versuchte damals ihr „Scheiberlspiel“
(schnelle, kurze trickreiche Kombinationen mit „Wiener Schmäh“)
auf dem schneebedeckten Boden durchzuführen, verdribbelte sich
aber ein um das andere Mal. Sindelar meinte den Grund für die
Niederlage zu kennen: „Mia hätt’n no mehr scheiberln müssn“,
eine Antwort, die dem tobenden Hugo Meisl sehr missfiel. |
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| Das Schmiranskiteam |
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| Bei einer verbalen Auseinandersetzung im Wiener
Ring-Café am Stubenring gibt Meisl schließlich den anwesenden
Sportjournalisten nach und warf ihnen mit den Worten „Da habt’s
euer Schmiranskiteam!“ eine Zettel mit der vor ihnen gewünschten
Aufstellung für das kommende Schottland-Spiel hin. Sindelar
kehrte zurück auf die Position des Mittelstürmers, Friedrich
Gschweidl spielte als Rechtsverbinder. Ihm zugestellt als
rechten Flügelpartner wurde Karl Zischek, der noch nie im
Nationalteam gestanden hatte. Das linke Flügelpaar bildeten
Anton Schall und Adi Vogl. Beide spielten gemeinsam bei der
Admira, wobei der blutjunge Vogl seinen ersten Teameinsatz
machte und bis dato bei den Admiranern nur fallweise zum Einsatz
gekommen war. Im Tor durfte Rudi Hiden anstatt des
routinierteren Friedrich Franzl spielen. Im Spiel gegen
Schottland konnte sich der Tormann durch mehrere Paraden
auszeichnen und die Sturmreihe durch zahlreiche Kombinationen
glänzen. |
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Tor
Rudolf Hiden |
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Rechter Back
Roman Schramseis
Karl Rainer |
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Linker Back
Josef Blum
Karl Sesta |
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Rechter Half
Georg Braun
Johann Mock |
Centerhalf
Josef Smistik
Leopold Hofmann |
Linker Half
Karl Gall
Walter Nausch |
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Rechter Flügel
Karl Zischek |
Rechtsverbinder
Friedrich Gschweidl |
Mittelstürmer
Matthias Sindelar |
Linksverbinder
Anton Schall |
Linker Flügel
Adolf Vogl |
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Verbandskapitän: Hugo Meisl, Trainer:
Jimmy Hogan |
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Die Spiele des
Wunderteams
Kantersiege über Deutschland |
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Bereits eine Woche nach dem sensationellen Sieg
über die Schotten, der in der internationalen Sportpresse für
sehr viel Aufsehen sorgte, fuhr die Mannschaft nach Berlin, wo
sie auf das deutsche Nationalteam treffen sollte. Die Deutschen
rechneten sich mit ihrem harten Spiel gegen die „weichen
Österreicher“ gute Chancen aus. Bereits zwei Minuten nach dem
Anpfiff traf Matthias Sindelar zum 1:0, der Endstand war 6:0. In
Berlin sprach man erstmals vom „Wunderteam“, das aufspielte. Die
deutschen Medien berichteten zudem vom „peinlichen Ende
Deutschlands“ und der „größten Blamage des DFB“.
Zur Revanche luden die Österreicher im September 1931 nach Wien.
Zuvor siegten das Wunderteam noch über die Schweiz, trat
allerdings nur mit einer B-Mannschaft an, da Österreichs Stars
von ihren Vereinen im Mitropacup benötigt wurden. Dem Rückspiel
gegen Deutschland in Wien sollte eine zusätzliche Bedeutung
bekommen, handelte es sich doch um das erste Länderspiel im neu
erbauten Wiener Stadion, heute Ernst-Happel-Stadion genannt.
Abermals gab es eine Blamage für Deutschland. Beim 5:0-Sieg in
Wien traf Matthias Sindelar drei Mal und legt zudem für seine
Verbinder Gschweidl und Schall auf. Solche Erfolge der
Nationalmannschaft waren in der damals politisch schwierigen
Zeit mehr als nur eine willkommene Ablenkung für die
Österreicher. |
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| Duell mit dem
„Erzrivalen“ Ungarn |
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| Ein weiterer Höhepunkt in der Ära des
Wunderteams war das Spiel gegen den „Erzrivalen“ aus Ungarn.
Ungarn war damals noch, wie Österreich, eine der besten
Mannschaften der Welt – die Duelle der beiden Teams waren
insbesondere durch ihre Härte bekannt geworden. In Budapest
erreichte das Wunderteam „nur“ ein 2:2, musste allerdings mit
nur 10 Mann spielen, da der Österreicher Karl Gall von einem
Ungarn schwer verletzt wurde und nicht mehr weiter spielen
konnte. In Wien kam es bei zu einem enormen Zuschauerandrang.
Vor dem Rückspiel gegen die Magyaren hatte die Mannschaft um
Kapitän Sindelar nach die Schweiz mit 8:1 in Basel sowie Italien
geschlagen. Das Spiel gegen Ungarn 1932 gilt heute als eines der
besten Matthias Sindelars. Der Mittelstürmer erzielte beim 8:2
drei Treffer selbst und bereitete alle fünf weiteren Tore vor. |
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| Europameister |
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| Schlagzeilen der
österreichischen Tagespresse 1932 |
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| Während der Ära des Wunderteams wurde auch der
Europapokal ausgespielt. Dabei handelt es sich um den Vorläufer
der heutigen Europameisterschaft, wobei der damalige
Europameister nicht in einem Turnier ermittelt wurde, sondern in
einer Meisterschaftsmodus über mehrere Jahre ausgespielt wurde.
Mehrere Spiele des 2. Europapokals, der von 1930 bis 1932
ausgetragen wurde, fielen in die Zeit des Wunderteams. Nachdem
1932 Österreich gegen die Schweiz erneut siegreich geblieben
war, stand die Mannschaft Hugo Meisl als neuer Europameister
fest. Dies war der einzige Titelgewinn, den je eine
österreichische Fußballnationalmannschaft erreicht hat. |
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| Spiel gegen England |
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Die einzige Niederlage des Wunderteams brachte
der damaligen Nationalmannschaft trotzdem die größte
internationale Anerkennung ein. Die Mannschaft um Kapitän
Sindelar reiste nach Siegen gegen Ungarn in Budapest und
Schweden in Stockholm mit dem Zug nach London um am 7. Dezember
1933 gegen die englische Nationalmannschaft anzutreten. England
war zu Hause bislang ungeschlagen und sollte es auch weitere 20
Jahre bleiben. Noch hatte es bislang keine Mannschaft vom
europäischen Festland geschafft mehr als ein Ehrentor gegen die
Engländer zu Hause zu erzielen.
Die RAVAG übertrug das Spiel live auf den Wiener Heldenplatz. Im
Wembleystadion lagen die Österreicher jedoch bereits zur Pause
mit 2:0 zurück, spielten nervös, ehe sie in der zweiten Halbzeit
ihr berühmtes Kombinationsspiel aufzogen. Hugo Meisl schickte
seine Mannschaft mit den Worten „Spüts euer Spüü!“ („Spielt euer
Spiel“) zurück auf das Spielfeld. Das Nationalteam schaffte drei
Mal den Anschlusstreffer, verlor am Ende jedoch 4:3, obgleich
Adolf Vogl kurz vor Schluss noch die Ausgleichschance vergab.
Das technisch hochwertige Spiel der Österreicher wurde vor allem
von den britischen Journalisten gelobt, noch heute erinnert eine
Gedenktafel in Wembley an das berühmte Spiel. Vor der Ankunft in
Wien machte das Wunderteam noch in Brüssel halt, wo Belgien mit
6:1 bezwungen wurde. |
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| Ende und der Zerfall des
Wunderteams |
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| Als letztes Spiel des Wunderteams wird im
Allgemeinen des Match gegen Frankreich in Paris gesehen, das
Österreich noch mit 4:0 gewinnen konnte. Die österreichische
Mannschaft fertigte die Franzosen durch Tore von Sindelar,
Zischek und Weselik ab, im Gegenzug machte Rudolf Hiden die
wenigen Angriffe der Franzosen mit spektakulären Paraden
zunichte und erweckte damit das Interesse des Präsidenten von
Racing Club de Paris, Jean-Bernard Lévy. Dieser unterbreitete
dem österreichischen Tormann ein Angebot, das Hiden sofort
annahm. Er beendete mit diesem Spiel seine Karriere in der
österreichischen Nationalmannschaft und wechselte noch 1933 für
eine Ablösesumme von 80.000 Francs vom Wiener AC nach Paris.
Damit fiel eine wichtige Stütze des Wunderteams weg, zudem
folgten mehrere Nationalspieler Hidens Beispiel und gingen ins
Ausland, was deutliche Einbußen im technischen Spiel der
Österreicher bewirkte, wenngleich es in den folgenden 13 Spielen
nur eine Niederlage gegen die Tschechoslowakei (2:1) gab. |
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|
Dieser Bericht basiert auf einem Artikel der |
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